Queen-Hits rockten das Staatstheater Kassel - Ein Riesenerfolg

Majestätische Nacht

Begeisterungsstürme: Henrik Wager und Judith Lefeber brillierten mit Queen-Titeln. Foto:  Klinger

Kassel. Die Musik von Queen passt prima in ein Opernhaus. Nicht nur, weil ein Queen-Album „A Night at the Opera“ heißt. Mit seiner Theatralik kam der Ausnahmesänger Freddie Mercury (1946-1991) der Oper auch nahe. Welcher Rockstar sonst hätte die Bajazzo-Arie von Ruggero Leoncavallo so grandios zitieren können wie Mercury in seinem Song „It’s a Hard Life“?

Im ausverkauften Kasseler Opernhaus feierte nun das rocksinfonische Queen-Projekt seine Premiere. Ein majestätisch guter Abend, ein Riesenerfolg. Wie berauscht war man von dem bombastischen Klang. Wer früher die kompositorischen Kniffe, etwa in dem abgefahrenen „Bicycle Race“ oder in der mehrteiligen „Bohemian Rhapsody“, überhört hatte, kann es jetzt nachholen.

Vier Musicalstars nehmen sich der starken Stücke an. Das begeistert, auch wenn Mercury unersetzbar bleibt. Henrik Wager, überaus viril im Auftritt, schmettert das Bajazzo-Zitat in den Saal, nachdem er schon bei „Don’t Stop Me Now“ mächtig aufgedreht hat. Judith Lefeber brilliert mit ihrer Soulstimme im gospelhaften „Somebody To Love“.

Durchdringend rockig klingt die punktgenaue Kristin Hölck. Alex Melcher sammelt Sympathien, unter anderem mit „Radio Ga Ga“. Zu dem illustren Quartett kommen drei Background-Sängerinnen im Outfit der 80er-Jahre wie aus einem frühen Madonna-Video.

Klasse ist die Band mit dem ausgezeichneten Drummer Andy Pilger, den Gitarristen Thorsten Drücker und Frank Pecher, dem Keyboarder Donato Deliano und dem prächtig solierenden E-Bassisten Heiko Pape. Das Staatsorchester Kassel steuert Farben, Atmosphäre und Wucht bei - bis hin zu gewaltigen Akzenten der Schlagzeug-Gruppe.

Dirigent Rasmus Baumann, früher 1. Kapellmeister in Kassel, jetzt Opernchef in Gelsenkirchen, zeigt am Klavier erneut Crossover-Stärke. Von der Moderatorin Insa Pijanka erfährt man, dass die Musikkritiker Queen einst übel mitgespielt haben. Für berührende Momente sorgen eingeblendete Nachrichtenschnipsel über Mercurys Aids-Tod und der Song „Who Wants to Live Forever“.

Bei „We Will Rock You“ klatschen alle, bei „We Are the Champions“ reißt es die Leute von den Sitzen. Bevor die beiden Hits fürs enthusiasmierte Publikum wiederholt werden, kommt nochmals Tragik auf. Es erklingt „The Show Must Go On“, die letzte Queen-Single vor Mercurys Tod. Seine Abschiedsarie war ganz große Oper.

Wieder: 22.10., 25.11., 27.1., 16.3. und 17.5.2012. Karten: 0561/1094-222. www.staatstheater-kassel.de

Von Georg Pepl

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