Major Tom - Jetzt ist der Sänger wieder da

Kassel. Vor wenigen Wochen wusste Peter Schilling nicht, ob er sich freuen oder ärgern sollte. Ein Anhänger des Borussia Dortmund stellte eine Cover-Version seines 27 Jahre alten Hits „Major Tom“ ins Netz. In „Major Klopp“ von „Der Muri“ heißt es: „Völlig losgelöst von der Liga spielt Borussia, völlig unbeschwert.“

Schilling, 54, fühlte sich durch die Hymne auf den Tabellenführer und dessen Trainer Jürgen Klopp geehrt, hätte es aber lieber gehabt, wenn jemand diese Zeilen auf den FC Bayern gedichtet hätte - der gebürtige Schwabe, der in München lebt, ist Mitglied des Rekordmeisters.

Mit „Major Tom“ wurde Schilling 1983 zu einem Star der Neuen Deutschen Welle. In Deutschland führte die Single acht Wochen die Charts an. Sogar in den USA schaffte es Schilling in die Top Ten. Dass er einmal einen Nummer-eins-Hit schreiben würde, wusste er schon als Kind, wie er unserer Zeitung im Interview verrät: „Das habe ich mit elf meiner Großmutter erzählt.“

Heute kennt jeder den Refrain, und wenn man Schilling fragt, ob so ein Hit nicht auch ein Fluch ist, sagt der Hobby-Kicker, der als Jugendlicher beinahe einen Vertrag beim VfB Stuttgart unterschrieben hätte: „Als Fußballer kann man auch keinen Pokal zurückgeben, den man einmal gewonnen hat.“

Melodischer Pop

Lange Zeit sah es nicht so aus, als würde Schilling jemals wieder einen Pokal gewinnen. Es war still geworden. Im vergangenen Herbst hat er ein Album herausgebracht. „Neu & Live 2010“ enthält sechs neue Lieder sowie sechs Live-Aufnahmen von alten Hits. „Major Tom“ wird er nicht mehr los.

Peter Schilling spielt am 27. August im Schlosspark Rauischholzhausen bei Marburg. HNA-Kartenservice,
Telefon 0561/203-204.

Das Album hat sich trotz großer Pop-Melodien nicht gut verkauft, doch nun soll es noch einmal nach oben gehen - mithilfe der Agentur Depro aus Gemünden. Im vergangenen Jahr lernten die Konzertveranstalter aus dem Kellerwald den Sänger beim „ZDF-Fernsehgarten“ kennen, nun organisieren sie unter anderem einen Open-Air-Auftritt im Schlosspark Rauischholzhausen bei Marburg.

„Ich habe schon alles erreicht, aber noch nicht alles, was möglich ist“, sagt Schilling und meint damit eine gepflegte Tour. Als er in den 80ern die großen Hallen hier zu Lande hätte bespielen können, bastelte er an seiner Karriere in den USA. Dann kamen ein Burn-out und massive Lungenprobleme. Einmal wäre er fast erstickt.

So etwas prägt. Der Vater einer Tochter ist zum Wellness-Fan geworden und schrieb das Buch „Emotionen sind männlich“. Wenn er alles richtig gemacht hätte in seiner Karriere, wäre er Millionär. Er verdient trotzdem gut. Gerade hat er sich einen Mercedes gekauft, während die Autofirma Lincoln in den USA mit „Major Tom“ für eine Luxuslimousine warb.

Der wahre Luxus ist für Schilling jedoch nicht das Geld. „Ich habe angefangen, weil Musik so geil ist“, sagt er und klingt wie Jürgen Klopp.

Von Matthias Lohr

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