Pfarrer Albrecht Vey zeigt „Dialog der Farben“

Malen als Form von Meditation

Alte Motive neu entdeckt: Pfarrer und Maler Albrecht Vey stellt seine Ikonen-Bilder im Haus St. Michael aus. Foto:  Albrecht

Kassel. Der Glaube transportiert für Pfarrer Albrecht Vey ein großes Wissen über den Menschen. „Für mich ist die Malerei eine andere Art, mich mit meinem Glauben zu beschäftigen“, erklärt der Theologe, der seine Bilder derzeit im Bildungshaus St. Michael ausstellt. Dabei gehe es ihm in der Schau „Dialog der Farben“, die noch bis zum 22. Januar 2011 zu sehen ist, um den intuitiven Umgang mit religiösen Fragen. Vey verfolgt keine Mission mit seinen Bildern, vielmehr sei die Malerei für ihn so etwas wie Meditation.

Bereits seit seiner Kindheit beschäftigt sich der 54-Jährige mit der Malerei, seine Fähigkeiten hat er sich selbst beigebracht. Und die sind vielfältig: Er malt in Öl, benutzt Acryl- und Pastellfarben, fertigt Radierungen an. So vielfältig er in der Wahl seiner Techniken ist, so kompromisslos bestimmt er die Sujets.

Seine Bilder zeigen ausschließlich religiöse Motive, den katholischen Pfarrer faszinieren vor allem die Ikonen. „Mir geht es darum, ein altes Thema neu zu entdecken“, sagt Vey. So hat er sich intensiv mit ostkirchlicher Kunst auseinandergesetzt, die er nicht einfach abbildet, sondern mit modernen Stilmitteln verfremdet.

Als wohl ungewöhnlichstes Motiv zeigt eines seiner Bilder eine Jesusfigur, die wie ein Baby eine kleine Maria in seinen Armen hält. Das Gemälde trägt den Titel „Entschlafung Mariens“. Symbolisch nimmt Jesus die Verstorbene in seine Arme und begleitet sie in den Himmel. „Jesus und Maria werden in der ostkirchlichen Tradition oftmals so dargestellt, nur bei uns ist dies nicht verbreitet“, sagt Vey.

Auch aktuelle Themen verarbeitet Vey in seinen Bildern. So kritisiert er in dem Bild „Selbstinszenierung“ katholische Priester, die sich als Person zu wichtig nehmen und sich nicht völlig in den Dienst ihres Glaubens stellen. Dabei setzt er auf das Spiel mit den Farben: Mit Jesus verbindet er Licht und Wärme, stellt diesen daher vorwiegend in Gelbtönen dar, der Teufel dagegen wird in Blau gezeigt.

Bis 22. Januar 2011 im Haus St. Michael (Ludwig-Mond-Straße 127) zu sehen. Anmeldung unter Tel. 0561/2 31 23.

Von Yvonne Albrecht

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