Mambo Kurt: Aus dem Stau zum Stagediving

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Witzige Idee: Rainer Limpinsel ist der Alleinunterhalter Mambo Kurt. Er hat neben CDs auch einen kleinen Doppelgänger aus Stoff samt Heimorgel als Fanartikel im Angebot.

Kassel. Es ist 22 Uhr und Mambo Kurt ist nicht in Sicht. Er steckt noch im Stau, war im Weihnachtsverkehr neun Stunden von München nach Kassel unterwegs. Eine halbe Stunde später ist er da, der Mann, der im Ruhrgebiet wohnt und inzwischen seit 15 Jahren von seiner Musik lebt.

Orgelhocker und ein stilles Wasser sind schließlich beschafft, der Soundcheck fällt aus. Rainer Limpinsel, wie Mambo Kurt im wirklichen Leben heißt, rockt die rappelvolle Bar der Caricatura im Kasseler Kulturbahnhof eine Stunde lang, um dann gleich noch eine weitere Stunde Zugaben vor den 100 Gästen zu spielen.

Vertreten durch einen Heimorgelpraktikanten aus dem Publikum gönnt er sich - wie später auch einige Fans - Stagediving auf den Händen der mitsingenden, tanzenden und feiernden Fangemeinde. „Ich möchte die Heimorgel wieder nach vorn bringen und die Leute zum partnerschaftlichen Tanz bewegen“, sagt er. „Dann könnt ihr gleich abchecken, was geht, und braucht keine Drogen mehr einzuwerfen.“

Bei Klaus aus Kassel und seiner „Süßen“ hat das mit dem Abchecken bereits vor elf Jahren geklappt. Sie hat ihm versprochen, dass sie ihn heiratet, wenn Mambo Kurt auf ihrer Hochzeit spielt.

Der ist zunächst leicht verdutzt und sagt dann sofort zu, allerdings nur unter der Bedingung, dass zehn Leute aus seinem Kasseler Fanclub mitfeiern dürfen und er nicht gerade auf dem Festival in Wacken rockt. Bis es soweit ist, gibt es für die beiden ein Mambo-Kurt-Doppelgänger-Püppchen samt Heimorgel-Miniatur aus Stoff als Fan-Geschenk.

Als schönsten Tango, den Mambo Kurt kennt, spielt er „Jump“ von Van Halen, später folgen die Sportfreunde Stiller im Walzertakt: „Ich wollte dir nur mal eben sagen, dass du das Größte für mich bist.“

Superwitzig auch, wie er Scooters „Maria (I like it loud)“ mit Marschrhythmus versieht. „Wenn man beim Marsch Nr. 4 die Snaredrum rausdreht, landet man bei Techno“, erklärt er und grinst. Am Ende seiner X-MAS Show 2012 gab es nach „Musik ist Trumpf“, mit dem er 1982 Nordrhein-Westfalens bester Heimorgelspieler in der Altersklasse bis 14 Jahre wurde, noch ein Weihnachtslied, übrigens das einzige des Abends. Ein tolles Konzert mit einem fantastischen Musiker, Partystimmung bis zur Polonaise.

Bilder vom Auftritt

Mambo Kurt in der Caricatura

Von Bettina Wienecke

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