Neu im Kino: „Buried - Lebendig begraben“

Der Film verlässt den Sarg nie: Ryan Reynolds spielt den lebendig Begrabenen. Foto:  tx

Die Leinwand ist schwarz. Aus der dunklen Stille heraus hört man Atmen. Später ein Husten, das Kratzen von Fingernägeln auf Holz, ein Rascheln und erst nach drei langen Minuten in der Verlorenheit des Kinosaals glimmt ein Funke, dann die Flamme eines Feuerzeugs.

Ein Mann, ein Sarg, dazu Stift, Taschenmesser, Feuerzeug und ein Handy - das sind die Utensilien, mit denen Rodrigo Cortés „Buried“ eineinhalb Kinostunden bestreitet. Ohne je die Holzkiste zu verlassen, erzählt der Thriller von einem US-Vertragsarbeiter, der im Irak von Freischärlern lebendig begraben wurde.

Fünf Millionen Dollar fordern die Entführer und der Begrabene (Ryan Reynolds) telefoniert sich von der einfachen Notrufnummer über die Personalabteilung seines Unternehmens bis hin zum US-Truppenbeauftragten für Geiselnahmen.

Endlose Warteschleifen und schließlich die Kündigung durch den Juristen der Dienstleistungsfirma werden in dieser kafkaesken Situation verhandelt und zu einem kompakten Thriller verzurrt. Mit seiner Konzentration auf seinen klaustrophobischen Handlungsort ist „Buried“ ein gewagtes cineastisches Experiment. Auch wenn die Geschichte im Irakkrieg angesiedelt ist, geht Cortés weit über die Tagespolitik hinaus. Mit dem Mann im Sarg, der vergeblich auf behördliche Hilfe wartet, entwirft „Buried“ eine riesengroße Metapher für die Verlassenheit des Individuums gegenüber den Wirkungskräften der Weltpolitik - ohne dass die Angelegenheit langweilig wird.

Genre: Thriller

Altersfreigabe: ab 16

Wertung: !!!!:

Von Martin Schwickert

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