Neu im Kino: „Hanni und Nanni 2“ ist harmlose Gute-Laune-Unterhaltung

Wie Margarinewerbung

Sie halten zusammen: Aleen Jana Koetter als Erika (von links), Sven Gielnik als Philippe, Joyce Abou-Zeid als Cosi, Sophia Münster als Nanni und Jana Münster als Hanni im Kinderfilm „Hanni & Nanni 2“. Foto: dpa

Nur zwei Jahre nach der erfolgreichen Enid-Blyton-Verfilmung „Hanni und Nanni“ wird unter der Regie von Julia von Heinz ein Sequel hinterhergeschickt, das exakt der gleichen Rezeptur besonders leichter Kinderunterhaltung folgt.

Die Sommerferien sind vorbei, und für die Zwillinge Hanni und Nanni Sullivan (Jana und Sophia Münster) geht es wieder zurück ins idyllische Internat Lindenhof. Begleitet werden sie von ihrer vorlauten Cousine Lilly (Luisa Spaniel), die eigene Songtexte dichtet und auf wirklich beeindruckende Weise falsch singen kann. Aber auch andere Neuzugänge bringen das Internatsleben in Bewegung.

Eine arrogante Zicke wird vom Chauffeur im Rolls-Royce vorgefahren, aus Frankreich reist der schmucke Neffe der Französischlehrerin an, und sogar eine echte Prinzessin soll sich inkognito im Jahrgang befinden. Auf die hat es eine neue Lehrerin abgesehen, die sich in Lindenhof eingeschlichen hat, um die Adelstochter zu entführen. Hinzu kommt, dass die Eltern (Anja Kling, Heino Ferch) der Zwillinge zu Hause in Berlin kurz vor der Scheidung stehen.

Man merkt dem Film an, dass der Plot im einfachen Additionsverfahren zusammengezimmert wurde. Als Leim dienen regelmäßig wiederkehrende Songeinlagen mit sommerlichen Gute-Laune-Bildern, wie man sie aus der Margarinewerbung kennt.

„Hanni und Nanni 2“ holt sein Zielpublikum direkt vor der Haustür ab, ohne dass die heranwachsenden Mädchen auch nur einen Meter zu Fuß zurücklegen müssen. Aber das tut der Film in professioneller und auch unterhaltsamer Perfektion. Familienprobleme lösen sich mit einem Lächeln in Luft auf, und auch die Krimihandlung wird mit kindlich kollektiver Kraft wieder ausgehebelt. Für die komödiantischen Einlagen sind die fabelhafte Katharina Thalbach als enorm französische Französischlehrerin und die sehr talentierte Luisa Spaniel in der Rolle der nervigen Cousine zuständig.

Die 90 Filmminuten rasen in zügigem Entertainment-Tempo vorbei, das junge Publikum verlässt garantiert gut gelaunt den Kinosaal. Dass man im Genre des Mädchenfilms wesentlich mehr erreichen kann, hat Vivian Naefe mit den „Wilden Hühner“-Filmen gezeigt, an deren Qualität „Hanni und Nanni“ auch im zweiten Anlauf nicht herankommen.

Genre: Kinderfilm

ohne Altersbeschränkung

Wertung: !!!::

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

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