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Mario Barth begeistert Publikum in der Kasseler Rothenbachhalle

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Von: Amir Selim

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Das Publikum lachte lauthals: Mario Barth überzeugte seine Fans mit seinem Programm in der gut besuchten Rothenbachhalle.
Das Publikum lachte lauthals: Mario Barth überzeugte seine Fans mit seinem Programm in der gut besuchten Rothenbachhalle. © Dieter Schachtschneider

„Männer sind Frauen, manchmal aber auch... vielleicht“: so heißt das aktuelle Programm von Mario Barth. Der Comedian ist am Donnerstagabend in der Rothenbachhalle in Kassel aufgetreten.

Kassel – Wenn die Rede von „meiner Freundin“ ist und über Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Männern und Frauen gesprochen wird, ist ein Comedian nicht weit: Mario Barth. Am Donnerstag ist er mit seinem Programm „Männer sind Frauen, manchmal aber auch... vielleicht“ in der gut besuchten Rothenbachhalle in Kassel aufgetreten.

Die Leute bekamen das, was sie wohl erwartet haben: Anekdoten über die fragwürdigen Autofahrfähigkeiten von Barths Partnerin („Mit meinem Auto!“), die Fortsetzung seiner Fehde mit ihrer besten Freundin Babsi („Auf die freue ich mich nie“) und allerlei zu Männern und Frauen.

Zu Beginn der Show wurde es jedoch erst mal politisch, zur Freude des Publikums. Heutzutage sei es normal, „Montag ein Mann, Dienstag ein Straßenschild und Mittwoch ein Hund“ zu sein, für „Cowboy und Indianer“ müsse man in den Knast und an der Pandemie war schließlich nicht alles schlecht: „Greta ist weg“.

Jubelstürme folgten. Kein Wunder, denn die Welt ist bei Mario Barth noch in Ordnung oder anders gesagt, wie vor 20, 30 Jahren. Hier wird nicht über Diversität und politischer Korrektheit gesprochen. Wenn dann eben nur abfällig. Geschlechter über Männer und Frauen hinaus gibt es nicht und die Umbenennung eines Nahrungsmittels in „Sauce ungarischer Art“ ist das Ende der Welt. Ausgelutschte Witze über die aufdringliche Art von Veganern dürfen auch nicht fehlen.

Es schwingen populistische Untertöne mit

Dass viele Menschen Barth zustimmen, ist an den klatschenden Zuschauern zu erkennen. Problematisch wird es dann aber, wenn bei dem 50-jährigen Berliner populistische Untertöne mitschwingen und er Politiker des Bundestags als Schuldige ausmacht. Diese hätten anscheinend keine anderen Probleme und müssen sich deshalb überlegen: „Was machen wir heute?“ Also folgt die Namensänderung einer Sauce, erklärt der Comedian seinen Zuschauern, denen es zu gefallen scheint. Dass Unternehmen womöglich auf gesellschaftlichen Druck reagieren, lässt Barth weg.

Das ist schade, denn das Witzeerzählen hat er nicht verlernt und das macht am meisten Spaß. Wenn Barth eine Situation beschreibt, bei der er seinen besten Freund zur Geburt seines Kindes ins Krankenhaus begleitet und sich entsprechend vorbereitet („Eine Geburt kann 24 Stunden dauern“, „Camping-Kocher und Ravioli sind eingepackt“), dann bleibt kein Auge trocken.

Die Unterstützung des Publikums hat er nach fast 20 Jahren auf der Bühne aber sowieso. Sie lieben seinen Humor aus der Zeitkapsel. (Amir Selim)

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