Mark Selby und Band ließen es im Theaterstübchen krachen

Sorgten für Hochbetrieb im Theaterstübchen: Mark Selby (vorn) und seine Crew. Foto: Fischer

Kassel. Bei Mark Selby ist zurzeit einiges los. Der Bluesgitarrist und Sänger aus Oklahoma/USA tourt seit einer Woche durch Europa und präsentiert sein Album „Blue Highway“, mit dem er in den deutschen Jazz-Charts sensationell auf Platz 15 eingestiegen ist. Dass sein Bassist Charles Anderson zwei Tage vor Abflug einen Herzanfall erlitt, war ein Drama. Dass er aber dann doch wiedergenesen in der Maschine saß, glich einem Wunder.

Bei dem Konzert im gut besuchten Theaterstübchen waren noch Selbys Frau Tia Sillers und natürlich der „Groover from Vancouver“, Schlagzeuger Darryl Burgess, mit von der Partie. Und von Beginn an herrschte Hochbetrieb in der Bluesrock-Küche.

Mit schwungvollen Dezibel servierte man dem begeisterten Publikum einen Leckerbissen nach dem anderen und immer neue Zutaten verwandelten die dampfende Ursuppe des Südstaaten-Blues in ein genüssliches Gemisch aus Pop, Rock und Country. Mit seinem Charme, der Jeansjacke und dem hochgestellten Kragen wirkte Selby wie ein Elvis Presley auf Klassenfahrt.

Seine Gitarrensoli waren geprägt von unterschiedlichsten Anschlagstechniken und den daraus resultierenden Klangfarben. Gesanglich zog er die rauen Register und sorgte mit heißen Flirts bei den Duetten mit seiner Frau für erotisches Knistern. Burgess lieferte nicht nur satte Drumbeats, sondern ließ auch noch am Piano, der Gitarre und als Sänger seine außergewöhnliche Musikalität aufblitzen. Sein „You are so beautiful“ gehörte zu den Höhepunkten des Abends.

Charles Anderson stand da in nichts nach, und so entwickelte sich ein magisch anmutendes Soundgefüge, das sogar dem Tablett mit den Biergläsern, das der Servicekraft entglitt, exakt den Schlussakkord zum Aufprall auf dem Kachelboden aufzwang. Viel Applaus, mehrere Zugaben und ein anrührendes „A whiter shade of pale“ beendeten einen großartigen Konzertabend.

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