Marquise Knox im Theaterstübchen: Die nächste Generation des Blues

Auf der Spur großer Idole: Bluessänger Marquise Knox (links) im Theaterstübchen. Schlagzeuger Michael Battle begleitet. Foto: Fischer

Kassel. Die Risikobereitschaft des Theaterstübchen- Betreibers Markus Knierim, trotz prominenter Fußballspiele eine Woche Blues anzubieten, wurde am Mittwochabend mit einem vollen Haus belohnt.

Die Aufmerksamkeit galt dem 21-jährigen Bluessänger- und Gitarristen Marquise Knox, der entgegen seiner sehr gestylten Pressefotos ganz bodenständig in Jeans die Bühne betrat.

Die dem Konzert vorauseilenden Etikettierungen im Stil von „wie kann jemand in diesem Alter Blues spielen?“ verleiten zum Widerspruch: B. B. King war gerade 24 Jahre alt, als er seine eigene Radioshow hatte. Auch wird hier nicht die Zukunft des Blues gestaltet, sondern die Vorgaben der großen Idole wie eben B. B. King und Muddy Waters, also der Helden des frühen Elektro-Blues, werden mit ihren typischen Phrasen in eigenen Songs durchdekliniert und so lebendig gehalten.

Und das kann Marquise Knox tatsächlich wie ein alter Hase: Seine volltönende Stimme besitzt das richtige Blues-Timbre, und darüber „spricht“ die Gitarre mit markanten Licks, jenen kurzen Melodielinien, die auf der vertrauten Bluesskala beruhen. Torey Todora und Michael Battle unterstützen mit zuverlässigem, aber recht konventionellem Bass und Schlagzeug das Geschehen.

Das Konzert wird mit „Here I Am“ eröffnet, dem zugriffigen Titelstück der aktuellen CD. Seine großen Stärken kann Marquise Knox allerdings in den langsamen Titeln wie „You Better Pray“ ausspielen. Besonders die mit Bottleneck im Slidestil zelebrierten angezerrten Soli zeigen Marquise Knox’ Klasse an der Halbresonanz-Gitarre. Sein Tribute an B. B. King „Sweet Sixteen“ wird zum Höhepunkt eines mit viel Beifall aufgenommenen Abends.

Von Hartmut Schmidt

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