Rostocker Rapper beschließt mit einer spektakulären Show das Open-Flair-Festival in Eschwege

Marteria macht viermal Schluss

Wollte nicht gehen: Der Rostocker Rapper Marteria war der letzte Act des Open Flair in diesem Jahr. Foto: Mario Albrecht/nh

Eschwege. Er wollte einfach nicht weg von seiner Bühne: Der Rostocker Rapper Marteria hat das 31. Open Flair in Eschwege gleich viermal für beendet erklärt – nur um dann doch weiterzufeiern. Sein spektakulärer Auftritt war das furiose Finale nach fünf Tagen Rockfestival mit mehr als 20 000 Gästen in der Kreisstadt.

Der Sonntag

 Rapper Marteria hatte das sonst eher zu Punk und Rock neigende Festivalpublikum von Beginn an im Griff. Die Menge gehorchte auf jeden Tanzbefehl von Hinknien über Springen bis Ausziehen. Marteria dankte es mit Hits wie „Kids (Zwei Finger am Kopf)“ und „Lila Wolken“. Für viele überraschend ein eingeschobener Rollenwechsel: Im goldglitzernden Weltraumanzug gab der 32-Jährige seinem Alter Ego Marsimoto Platz in der Show. Zu einer beeindruckenden Feuershow zeigte er sich beim Finale dann noch von seiner sozialen Seite und rief dazu auf, Pfandbecher in ein vom Publikum getragenes Schlauchboot zu werfen. Der Erlös kommt der Hilfsorganisation Viva con Agua zugute. Nach vier Zugaben und einem gewagten Hechtsprung ins Publikum verabschiedete sich Marteria dann endgültig.

Zuvor hatten die Indie-Rocker The Subways und Die-Ärzte-Kopf Farin Urlaub das Publikum am letzten Festivaltag noch einmal warmgespielt. Dass das zu diesem Zeitpunkt bereits vier Tage in den Knochen hatte, machte sich deutlich bemerkbar. Die Headliner-Auftritte der Beatsteaks und besonders Kraftklub in den Tagen zuvor hatten sichtbar Kraft gekostet.

Die Abreise

 Die große Abreisewelle war noch in der Nacht zu Montag gestartet. Viele Besucher hatten bereits nachmittags ihre Zelte abgebrochen, um nach der letzten Show nach Hause zu fahren. Das entzerrte den Verkehr rund um die großen Campingplätze deutlich.

Die Bilanz

 Atemberaubende Shows, ein begeistertes Publikum, bestens aufgelegte Künstler: Open-Flair-Geschäftsführer Alexander Feiertag zog bereits am Sonntagnachmittag zufrieden sein Fazit. Das Wetter spielte mit, gefeiert wurde friedlich. Außer Taschendiebstählen meldet die Polizei keine größeren Straftaten. Nicht zu vernachlässigen ist die wirtschaftliche Bedeutung des Open Flair. Ein Millionenbetrag wird allein vom Veranstalter umgesetzt. Hinzu kommen die Einnahmen der regionalen Unternehmen. 20 000 Besucher lassen ihr Geld in Eschwege. Mit den Aufräumarbeiten werden Mitarbeiter allerdings noch mehrere Tage beschäftigt sein. Beim Bühnenabbau halfen auch Flüchtlinge, die derzeit im Kreis untergebracht sind.

Der Ausblick

 Punkt Mitternacht, die Marteria-Show auf der Hauptbühne lief noch, eröffnete der Vorverkauf für das 32. Open Flair, das im kommenden Jahr vom 10. bis 14. August in Eschwege stattfindet. Die ersten 1000 Tickets für das Flair 2016 wurden für 69 Euro pro Karte angeboten, entsprechend groß war die Nachfrage, nach 40 Minuten war das Angebot nicht mehr buchbar. Am Programm arbeiten die Veranstalter bereits seit Monaten. „Die ersten Bands sind gebucht, darunter auch ein sehr namhafter Künstler“, kündigt Feiertag an. Namen will er noch nicht nennen.

Von Lasse Deppe

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