Robert Sell veröffentlicht als Soulsell sein Debütalbum

Maschinen mit Seele

Synthesizer statt Gitarren und Bläser: Robert Sells Soulnummern klingen nach ganz großer Kapelle. Foto: nh

Kassel. Die Geschichte von Robert Sell ist eine Mutmachgeschichte. Vor drei Jahren kam der Kasseler Musiker, der in zahlreichen Bands spielte, auf die Idee, ein richtig fettes Soul-Album aufzunehmen. Schon früh hatte er die Songs parat, nur nicht die passenden Mitmusiker. Bei anderen wäre die Idee wieder in der Schublade gelandet, aber Sell sagte sich: „Ich finde die Leute nicht, mache es aber trotzdem.“

Der Mut hat sich gelohnt: Am Samstag veröffentlicht der 45-Jährige als Soulsell mit einer CD-Release-Party im Kulturzentrum Schlachthof sein Solodebüt „Naked In The City“. Die zwölf Instrumentallieder klingen nach ganz großer Soul- und Funk-Kapelle, in Wahrheit jedoch hat Sell das Album zu Hause und im Schlachthof-Studio ganz allein aufgenommen.

70 Prozent der Bläsersätze stammen aus dem Synthesizer, den Rest hat er mit Samples am Computer zusammengebastelt. „Hier ist mehr falsch als richtig“, sagt Sell. Das Gitarrensolo im Eröffnungsstück „Hunter“ etwa ist in Wirklichkeit ein Synthesizer. Aber auch die Musik aus der Maschine hat ganz viel Seele.

Sell hat sich damit einen Traum erfüllt. Soul und Funk entdeckte der gebürtige Unterfranke schon, als er vor mehr als zwei Jahrzehnten durch die Bundeswehr nach Kassel kam. Später arbeitete er als Abteilungsleiter in einem Technik-Kaufhaus und Tontechniker. Heute ist er Musiker und DJ.

Neben Soul und Funk gilt seine Liebe dem TripHop. Er legt nicht einfach nur auf, sondern steckt ganz viel Persönlichkeit rein, wie er versichert. Darauf spielt der Albumtitel „Naked In The City“ an: „Am DJ-Pult zu stehen ist so, als würdest du dich ausziehen.“ Für das Cover wollte Sell sogar erst nackt durch die Stadt laufen, aber so mutig war er dann doch nicht.

CD-Release-Party mit DJ Soulsell, Earl Gray (Saxofon) und DJ Schmoove: Samstag, 21 Uhr, Kulturzentrum Schlachthof, Mombachstraße 10-12. Alle Gäste erhalten das Album „Naked In The City“.

www.soulsell.npage.de

Von Matthias Lohr

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