Masters of Cassel: Sodom krönte das Metal-Fest

Kassel. Für die Fans von lupenreiner Rock- und Metal-Musik in der Region gab es in diesem Jahr gleich zweimal Weihnachtsbescherung. Im Musiktheater (MT) fand nach vier Jahren Pause das traditionelle „Masters of Cassel Festival“ wieder am alten Termin, dem 1. Weihnachtsfeiertag, statt.

Der Veranstalter hatte als Weihnachtsgeschenk ein für 16,50 Euro Eintritt im Vorverkauf äußerst nahrhaftes Festival-Programm mit neun lokalen und auswärtigen schwergewichtigen Bands auf die Beine gestellt. Allen voran die dreiköpfige Band Sodom aus Gelsenkirchen als Headliner, Pionier des Trash-Metals und eine der erfolgreichsten Gruppen Deutschlands. Nach einem präzisen Ablauf des Programms, das schon um 16.30 Uhr begann, krönte sie den abwechslungsreichen Metal-Schmaus.

Den Fans wurde aber schon von Speed-Metal bis Glamrock durch Vollbeast, Lay Down Rotten, Hollywood Burnouts, Evil Invaders und Bands aus Kassel, Mortal Terror, Burning Helmet sowie Promethean Fire - Paroxysm hatten krankheitsbedingt abgesagt - heftig angeheizt. Spätestens als sich Sodom-Bassist und Leadsänger „Onkel Tom, Angelripper“ eine aus dem Publikum zugeworfene Weihnachtsmannmütze aufsetzte und rief: „Man gönnt sich ja sonst nichts an diesem Scheiß-Weihnachten“, gab es kein Halten mehr. Seine Aufforderung zum Stagediving war überflüssig, denn die durchgeschwitzten und teilweise ihrer Kleider entledigten Fans amüsierten sich schon seit Stunden mit Crowdsurfing und Pogo.

Kräftig ins Mikro gegrowlt, also in Metaler-Manier geknurrt, bewirkte der Lockruf zu Beginn des Sodom-Auftritts, dass die Fans aus allen Räumen herbeiströmten. Sofort waren sie im Sog der harten Gitarrenriffs und des aggressiven, schnellen Sounds und der markanten Reibeisenstimme des Angelrippers. Auf der Bühne wurde aber auch, so wie sich das für Metaler gehört, Bier getrunken und den Fans zugerufen: „Prost, ihr Säcke.“ Die Antwort im Chor: „Prost, du Sack!“. Einvernehmen zwischen Stars und Fans. Trotz des plakativen Männergehabes waren auffallend viele Frauen im Publikum. Auch die Altersspanne reichte vom Teenager bis zu den Fans, die schon in den 80ern Sodom feierten.

Zum Festival-Genuss gehörte neben dem qualitativ hochwertigen Line-up im vollen MT ein gut organisiertes Rahmenprogramm mit einem Raum voll Merchandise-Artikeln, die Metaler-Herzen höherschlagen ließen.

Von Joséphine Hein

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