TV-Kritik von Matthias Lohr

Eine Stadt in Angst: Die Kritik zum Bremer "Tatort"

Matthias Lohr

Ein Clan-Chef sagt: "Ich bin das Gesetz". Die eingeschüchterten Polizisten schauen ohnmächtig zu, wie eine ganze Stadt in Angst und Schrecken versetzt wird. Der Bremer "Tatort" erzählte eine packende Geschichte in starken Bildern, findet unser Redakteur Matthias Lohr.

Es ist doppelt schmerzhaft, dass die Polizistin, die zu Beginn des Bremer "Tatorts" brutal zusammengeschlagen wird, Asaf Avidans Hit "One Day" hört. "Eines Tages werden wir alt sein und uns an die Geschichten erinnern, die wir hätten erzählen können", heißt es darin. Die junge Frau überlebt den Angriff nicht. Und die Geschichte, die die Folge "Brüder" erzählte, könnte so überall passieren, wie Autor Wilfried Huismann versichert.

Mit Co-Autorin Dagmar Gabler hat der mit dem Grimme-Preis dekorierte Dokumentarfilmer im Bereich der organisierten Kriminalität recherchiert und einen Clan entworfen, der eine ganze Stadt in Angst versetzt. Regisseur Florian Baxmeyer hat daraus einen sehr guten Gangsterthriller gemacht. Im Mittelpunkt standen nicht die Kommissare, sondern der von Dar Salim toll gespielte Clan-Chef, der sagt: "Ich bin hier das Gesetz."

Als Zuschauer war man fassungslos angesichts der Ohnmacht der Polizei. Hoffentlich gibt es im echten Leben auch so Kommissarinnen wie Inga Lürsen (Sabine Postel), die sich nicht einschüchtern ließ und auch noch Goethe zitierte ("Wer sich allzu grün macht, den fressen die Ziegen"). Und hoffentlich haben die Macher des Ludwigshafener "Tatorts" zugeschaut, wie man eine relevante Geschichte in starken Bildern erzählt.

E-Mail an den Autor: mal@hna.de

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