Matthias Lohr über den „Tatort“ vom Bodensee: Falsches im BH

Das Blöde am „Tatort“ ist, dass Drehbuchautoren manchmal ganz nebensächlich Figuren in eine Handlung einführen, was wiederum so offensichtlich ist, dass ihre Existenz nur einen einzigen Grund haben kann: Sie müssen der Täter sein.

Hobby-Kommissare unter den Zuschauern hätten den gestrigen Bodensee-Fall „Der schöne Schein“ bereits nach der Hälfte lösen können. Insofern ist Autorin Susanne Schneider und Regisseur René Heisig diese eigentlich auf die Tätersuche ausgerichtete Folge misslungen. Und dennoch fühlte man sich am Ende gut unterhalten. Mit viel Liebe zum Detail wurde von den Machenschaften in einer Schönheitsfarm erzählt.

Es ging dabei nur am Rande um das Rätsel, das Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) mit ihrem Schweizer Kollegen Reto Flückiger (Stefan Gubser) zu lösen hatten: Die Klinik-Eigentümerin wurde ermordet mit einem Fisch in der Kehle aufgefunden. Es ging um Schuld und Sühne, weshalb es noch mehr Tote gab. Filme, in denen Mattes mitspielt, können nicht schlecht werden. Darum hätte es auch nicht der aufdringlichen Thriller-Musik bedurft. Ihre Klara Blum sprach auch den schönsten Satz.

Als eine Krankenschwester ihr neue Brüste empfahl, entgegnete sie: „Lieber was Richtiges im Kopf als was Falsches im BH.“

mal@hna.de

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