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Der Charme des Palast Orchesters

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„Guten Tag, liebes Glück“: Max Raabe während seines Auftritts in der Kasseler Stadthalle.
„Guten Tag, liebes Glück“: Max Raabe während seines Auftritts in der Kasseler Stadthalle. © Pia Malmus

Entertainer Max Raabe entführte mit seinem Palast Orchester die begeisterten Zuhörer in der Kasseler Stadthalle in die 20er-Jahre.

Kassel – Sucht man in Kassel einen Veranstaltungsort für ein Konzert der Goldenen Zwanziger, so ist die Stadthalle mit Sicherheit die beste Wahl. Wenn man in Abendgarderobe nach dem Aufstieg die Treppen hinauf die hohen, teils golden ausgestatteten Festsäle betritt, ist man bereits in der richtigen Stimmung für ein Konzert von Max Raabe und dem Palast Orchester.

Mit „Ich hör‘ so gern Musik“ findet der Abend einen passenden Anfang. Die deutschen Lieder über Liebe und das Glück aus der Zeit der 1920er und 30er laden zum Zurücklehnen, Lauschen und Genießen ein. Wer am Anfang noch ein bisschen steif war, wird schnell durch den Charme und den stilvollen Humor Max Raabes und seiner Band aufgelockert.

In der Nähe von Dortmund geboren, ging Raabe früh nach Berlin, um dort Operngesang zu studieren. In Berlin angekommen, fand er sich bald mit einigen Kommilitonen zusammen und gründete 1986 mit ihnen das Palast Orchester. Gemeinsam wollten sie die Musik der deutschen Goldenen Zwanziger wieder aufleben lassen. Sechsunddreißig Jahre und einige Auszeichnungen später finden sie sich in Kassels Stadthalle auf ihrer Tour „Guten Tag, liebes Glück“ wieder.

Mit ihren zahlreichen Witzen und der meisterlichen Beherrschung zahlreicher Instrumente gewinnen die Musiker das Publikum in der gut gefüllten Stadthalle schnell für sich. Nach einer kurzen Pause spielen sie noch einmal richtig auf mit Klassikern wie beispielsweise der Morität von Mackie Messer. Schließlich bildet „Mambo“ von Herbert Grönemeyer das fulminante Finale. Mit Grönemeyer hatten Raabe und Orchester bereits für die Aufnahme ihres MTV Unplugged-Albums zusammengearbeitet.

Dies wurde nur noch von den Zugaben getoppt. Max Raabes Hit „Küssen kann man nicht alleine“ und eine intime Interpretation von „Donna Maria“ als Männerchor setzten der Sahnehaube die Kirsche auf. Es war leicht zu merken, dass Orchester sowie Publikum sich eigentlich noch nicht trennen wollten.

Von Linda Kugler

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