Einsamkeit durch "Ich bin ein Star - holt mich hier raus"

Medienspiegel: Die Abrechnung eines Redakteurs mit dem Dschungelcamp

Matthias Lohr

Unser Redakteuer Mattias Lohr leidet unter dem RTL-Format "Ich bin ein Star - holt mich hier raus", obwohl er die Sendung gar nicht schaut. Denn alle reden drüber. Hier ist seine Abrechnung mit dem Dschungelcamp.

In den vergangenen zwei Wochen bin ich ein einsamer Mensch geworden. Von morgens bis abends redeten meine Kollegen über das Dschungelcamp.

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Mittags bin ich nicht mehr mit in die Kantine gegangen. Ich wollte nicht hören, welches Ex-Pornosternchen einen Elefantenpenis gegessen und welche Kandidatin schneller Hirschsperma geschluckt hatte. Wegen des Kantinenverzichts habe ich zuletzt weniger Kalorien zu mir genommen als die Dschungelcamp-Bewohner.

Im Prinzip habe ich nichts gegen das RTL-Format. Es ist niederträchtig, aber auch die moralischste Sendung des deutschen TV, weil es nicht mehr sein will als das, was es ist: Man schaut Halbprominenten zu, die ihre Würde für ein bisschen Geld verloren haben.

Aber die intellektuelle Überhöhung der Fan-Gemeinde nervt. Twitter ist voll von ironischen und klugen Kommentaren zum Hashtag #ibes. Dabei kann man über alles philosophische Betrachtungen anstellen – selbst über die Kulturgeschichte des Klos. Und die Gruppendynamik, die alle so fasziniert, kann man noch besser auf dem Spielplatz beobachten, wenn sich Vierjährige Förmchen an den Kopf werfen.

Am Mittwoch habe ich doch mal kurz reingeschaut und mich dabei gefühlt, als würde ich einem Menschen beim Verdursten zusehen. Das Dschungelcamp bleibt TV-Müll – auch wenn der gut gemacht sein mag. Es ist gut, dass es jetzt vorbei ist.

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