Letzter Auftritt im Dezember

Kommentar zum Ende der TV-Karriere von Stefan Raab: Der Thron ist leer

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Stefan Raab hat am Mittwochabend überraschend verkündet, dass er Ende des Jahres seine Karriere im Fernsehen beendet. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteurin Bettina Fraschke. 

Man konnte sich zu Recht über ihn ärgern. Ich fand „TV Total“ in den letzten Jahren oft furchtbar. Gastgeber Stefan Raab schien sein Gespür für treffende Pointen verloren zu haben. Trotz des legendären Haifischgrinsens, mit dem er regelmäßig einen fehlgezündeten Gag noch retten wollte. 

Aktualisiert um 15.40 Uhr

Man merkte ihm zu oft an, dass er keine rechte Lust auf die Sendung hatte. Zuletzt wirkte es, als werde die Show nur noch als Routinestoff von einem Team und einem Frontmann im Dämmerzustand abgenudelt. Um dieses Late-Night-Format ist es nicht schade.  

Doch jetzt kommt das große Aber: Dass Stefan Raab seinen Rückzug aus dem TV angekündigt hat, ist für die Fernsehunterhaltung ein riesiger Verlust. Dieser überschäumende Kreativkopf war spätestens nach Lena Meyer-Landruts Sieg beim Eurovision Song Contest einer der einflussreichsten Männer im deutschen TV-Entertainment. Er schien es in den Genen zu haben, Unterhaltungsformate zu entwickeln, die die Interessen gerade der jungen Zielgruppe treffen. 

Darunter waren auch ein paar Flops, aber Raab und seine Firma Brainpool prägten vor allem die Samstagsshows im deutschen TV. Der 48-Jährige spielte in derselben Liga wie Thomas Gottschalk – und diese Entertainer der klassischen Art gibt es wenige.  Pro 7 wird es schwer haben, die Lücke zu füllen – auch rein quantitativ gesprochen, denn im Programm fallen nun viele Sendungen weg. 

Nur bei manchen ist es denkbar, dass andere Moderatoren sie übernehmen. Immer mehr verliert das Fernsehen seine Funktion als Leuchtturm der Unterhaltung, die Youtube-isierung ist auf dem Vormarsch. Raabs Rückzug verschärft diese Entwicklung. 

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