Keine Schlager mehr:

Michael Hoffmann im Gemeindehaus Rothenditmold: Meditative Lieder

Michael Hoffmann Foto: Schachtschneider

Kassel. Als Michael Hoffmann im vollen Gemeindehaus in Rothenditmold nach dem Stimmgerät griff, um seine akustische Gitarre zu justieren, huschte ein Lächeln über sein Gesicht: „Das ist die einzige Technik, die ich heute noch benutze.“

In den 80ern zählten er und sein Bruder Günther als Duo Hoffman & Hoffmann mit „Himbeereis zum Frühstück“ oder „Rücksicht“ zu den bekanntesten Schlager-Duos.

1984 nahm sich sein Bruder das Leben, mit ihm starb für Hoffmann der Sinn des Showbusiness. Eine Lebenskrise ließ ihn nach neuen Werten suchen. In Texten von Ursa Paul, Gründerin des Kasseler Heilhauses, fand er Inspiration. Mit seinem vom Pan-Verlag veröffentlichten Liederbuch „Die Kraft des Lebens“ präsentiert sich nun der neue Michael Hoffmann.

Prägnante Texte

Bis auf kurze Momente, in denen er singend mit der Gitarre durch den Saal schritt, reihte er sich bescheiden in einen 13-köpfigen Chor (Leitung: Barbara Gabler) ein. Zudem wurde Hoffman von einem kleinen Gesangs-Ensemble (Martina Henne, Ehefrau Petra, Sabine Püschel, Gerd Stein-Christen, Jürgen Dahlfeld) und einem Instrumentalquartett (Stefan Sippel, Trompete, Maria Gründel, Saxofon, Klaus-Dieter Ammerbach, Fagott, und Regine von Lühmann, Kontrabass) begleitet. Seine spirituellen Lieder sind sehr einfach gestrickt. Vier, fünf leichte Akkorde - ein Lagerfeuer-Gitarrist hätte da keine Probleme. Das ist Absicht. Der 61-Jährige möchte, dass jeder sie spielen und singen kann.

Prägnant sind die Texte. Durch ständiges Wiederholen von Zeilen wie „Wir sind auf die Welt gekommen, damit wir sie und uns bejahen“ sollen sie sich wie ein Mantra entfalten. Dem Publikum gefiel diese meditative Form. Langer, herzlicher Applaus für ein mit 55 Minuten recht kurzes Konzert.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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