Mehr als Klassik: Jubiläumskonzert der Musikakademie

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Open-Air-Konzert zum Jubiläum der Musikakademie im Rathausinnenhof: Die Jazzband mit (von links) Benjamin Wilms, Klaus Marcpolowski, Fabian Speer und Sängerin Christine Ihle.

Kassel. Als die Musikakademie Kassel „Louis Spohr“ 1939 in neuer Form gegründet wurde, hieß sie noch Konservatorium und Musikseminar Kassel. Dass damals „nicht jede Musik gespielt werden durfte“, daran erinnerte der langjährige Dozent Werner Kirschbaum am Sonntag bei seiner Begrüßung zur Jubiläumsfeier im Innenhof des Rathauses.

Heute bildet die Musikakademie 180 Studenten aus 21 Nationen aus, und musikalische Tabus wie einst gibt es nicht mehr. Es war ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Konzert zum 75-jährigen Bestehen, das die knapp 150 Besucher unter freiem Himmel und bei milden Sommertemperaturen erlebten.

Musikakademie - da ist sicher ausschließlich klassische Musik zu erwarten? Von wegen. Gerade die hatte an diesem Abend überwiegend Pause. Stattdessen sorgten bekannte Swing- und Popnummern und treibend energetisch gespielte Rockklassiker für Stimmung. Zum Auftakt spielte die Jazzband der Akademie Evergreens wie „Take The A-Train“ von Duke Ellington, gesungen von Christiane Ihle. Dann wurde es eng: Das Sinfonieorchester der Akademie, die Big´Band und die Rockband - gefühlte 50 Musiker unter der Leitung von Werner Kirschbaum - enterten die Bühne. Den ersten Stücken, Jazz-Klassikern wie Tommy Dorseys „Opus One“ fehlte noch etwas das Temperament, dann aber kam die vielköpfige Musikerschar immer besser in Fahrt.

Klassiker wie „Sweet Georgia Brown“, garniert mit coolen Soli, ließen den Applaus-pegel anschwellen. Ebenso Stücke, die Studierende selbst komponiert oder arrangiert hatten. Der Klassik wurde gehuldigt durch Vittorio Montis gefühlvoll intonierten „Csárdás“, der Unterhaltung durch Leroy Andersons „Typewriter“, das eine Studentin zum Vergnügen des Publikums auf einer mechanischen Schreibmaschine begleitete.

Zum Abschluss noch mal Grüße an die Rockgeschichte: „Born to be wild“ und „Final Countdown“. Viel Applaus und eine Zugabe. Fazit: Ein unterhaltsames Konzertvergnügen. Kleine Randnotiz: Ein gedrucktes Programm hätte den Auftritt abgerundet.

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