Der neue Konzertbau des Kasseler Kulturzelts hat sich nach der ersten Saison bewährt - 20 000 Besucher

Mehr Konzentration im Rund

Mehr Weite: Im geräumigen Zuschauerraum haben nun 750 Gäste Platz. Fotos: Koch

Kassel. Der Gesprächsgegenstand des Kasseler Sommers wird Mitte der Woche auf drei Tiefladern verpackt ins Lager wandern. Am Sonntag endete die Saison für das Kasseler Kulturzelt.

Der neue temporäre Konzertbau an der Drahtbrücke sorgte wegen seines etwas gewerbehallenmäßigen Aussehens für Kontroversen. Jetzt werden die Steckelemente auseinandergebaut und bis zum nächsten Jahr verstaut. Organisatorin Angelika Umbach zieht eine positive Bilanz - künstlerisch und für das neue Zelt. Auf den temporären Konzertbau „sind wir stolz“, sagt Umbach. Technische „Kinderkrankheiten“ würden fürs nächste Jahr beseitigt, die Klimatisierung etwa soll künftig besser verteilt und höher angebracht werden, damit es nicht so zieht. Frustrierend fand sie, dass sieben Decken, die das Team vor dem Gebläse für mehr Komfort verteilt hat, sofort gestohlen worden seien.

Die Künstler seien überzeugt von der komfortablen Bühne, ebenso wie davon, dass jeder Musiker seinen eigenen Monitormix zum Mithören bekommt. Zusätzlich hat Umbach festgestellt, dass die Verweildauer der Besucher im geräumigen Saal, der keine Sichtbehinderungen mehr aufweist, länger geworden ist: „Wir haben mehr Konzentration.“ Im alten Zelt sei mehr Kommen und Gehen gewesen. Der neue Bau stehe für größere Ernsthaftigkeit beim Musikgenuss. „Wir haben endlich einen Konzertbau, der sich nicht verstecken muss. Jetzt ist der Biergarten das Anhängsel, nicht umgekehrt.“

Für Nostalgiker, die das Zirkuszelt-Flair vermissen, gibt es kein Zurück: „Wir werden dem neuen Bau nicht eine blaue Plane umhängen“, sagt Umbach. Trotzdem soll das neue Kulturzelt von außen jedes Jahr anders aussehen. Die Fassadengestaltung sei flexibel. Der kritisierte gelb leuchtende Eingang wird auf jeden Fall verändert.

20 000 Zuschauer haben die 31 Konzerte in dieser Saison besucht (2009: 16 000), ein gutes Drittel der Veranstaltungen, für die jetzt mit 750 Plätzen deutlich mehr Kapazität bestand, war ausgebucht. Publikumsrenner waren Jan Josef Liefers mit seinem nostalgischen Liedprogramm sowie Norwegens Popstar Marit Larsen.

Besonders gut angekommen sind die Konzerte, die ein jüngeres Publikum ansprachen, Angelika Umbach will diese Richtung deshalb in Zukunft ausbauen. Cocorosie, 2raumwohnung, Katzenjammer: Diese Bands punkteten. Doch auch Altstars wie die Hooters fanden ihr Publikum.

Von Bettina Fraschke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.