Ialma aus Galicien bot eine sinnliche Liveshow in Vellmar

Mehr als ein Konzert

Sorgten für ein vokales Festmahl beim Sommer im Park: Die Sängerinnen der spanisch-galicischen Formation Ialma. Foto: Schachtschneider

Vellmar. Der Organisator des Vellmarer „Sommer im Park“-Festivals, Gerhard Klenner, muss gewusst haben, dass einem das Konzert von der spanischen Band Ialma vor Begeisterung die Schuhe ausziehen würde. Klenner kam für seine Anmoderation gleich mal barfuß auf die Bühne und begrüßte die 400 Gäste in dem angenehm temperierten Zelt auf dem Festplatz.

Fünf Sägerinnen aus Galicien (Nordspanien) sorgten dann mit ihrem Quartett für intensive Einblicke in die kulturelle Identität einer Region, in der seit langer Zeit eine traditionsbewusste, äußerst aktive Musikszene der weltmusikalischen Schatztruhe Unverwechselbares hinzufügt.

Stolz, Erotik, Temperament - auch die afrikanischen und südamerikanischen Einflüsse inspirieren die Protagonisten der iberischen Klangwelten immer wieder zu tänzerischem Ausdruck und körperlicher Präsenz.

So entwickelte sich der Auftritt im Laufe des Abends nicht nur zu einem vokalen und instrumentalen Festmahl, sondern mittels einer immer auf Eleganz bedachten Choreografie zu einer emotional vielschichtigen Abenteuerreise.

Ein Hauch von Carmen

Ein pikanter Flirt mit dem Akkordeonisten im Walzerrhythmus, folkloristische Kreistanz-Euphorie, dramatische Körperpoesie im dunkelblauen Scheinwerferlicht. Ialma verstärkten ihren perfekten Satzgesang mit der ihnen innewohnenden motorischen Sinnlichkeit. Ein Hauch von Carmen wehte über die Bühne, aber auch moderne Einflüsse wie eine Rap-Einspielung und die eingängige Bearbeitung des Popklassikers „Walk like an Egyptian“ (The Bangles) integrierte man schlüssig ins Programm. Es bedarf nicht immer des gymnastischen Overkills und der brüllenden Lichtreflexe, um Dynamik in Szene zu setzen.

Hier mal ein Schleier, da mal eine Haarblume - und schon flanierte man in eine andere Gefühlswelt. Die Band führte gekonnt und unaufdringlich Regie und gab den Sängerinnen Sicherheit und Halt. Die Soundabmischung könnte man, positiv gehört, mit kraftvoll umschreiben. Manche empfanden diese als zu laut. Die Symbiose aus Hochsommer und temperamentvoller Weltmusik begeisterte das Publikum und sorgte am Schluss sogar für eine perfekt intonierte Zugabenbegleitung.

Von Andreas Köthe

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