Mehr als Schenkelklopfer: Kasseler Komik Kolloquium

Nora Gomringer

Das Komik Kolloquium in Kassel setzt zum siebten Mal auf feinsinnigen Humor. Am 13. Februar geht's los.

Kassel. Eine preisgekrönte, illustre Gästeliste zeichnet das Kasseler Komik-Kolloquium aus, das vom 13. bis 21. Februar zum siebten Mal stattfinden wird. Frühere Kasseler Literaturpreisträger wie Frank Schulz und Thomas Kapielski, Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Nora Gomringer und Grimm-Poetikprofessor Paul Maar haben ebenso ihr Kommen zugesagt wie „Titanic“-Chefredakteur Tim Wolff und einer seiner Vorgänger an der Spitze des Satire-Magazins, Thomas Gsella.

Das einzigartige Festival zur Literatur und Wissenschaft des Komischen wird seit 2000 von der Stiftung Brückner-Kühner mit einer Reihe Kooperationspartnern veranstaltet. Es bietet Lesungen, Bühnenkunst und Ausstellungen.

Ein Höhepunkt ist die Verleihung des Kasseler Literaturpreises für grotesken Humor an den österreichischen Schriftsteller Wolf Haas. Die Berlinerin Kirsten Fuchs erhält den Förderpreis Komische Literatur. Die Bali-Kinos zeigen ab 7. Februar in Sonntagsmatineen alle vier Brenner-Filme, die nach Haas’ Büchern entstanden sind.

Eingebettet in die Veranstaltungsreihe ist eine wissenschaftliche Tagung, bei der „Grenzen der Komik“ ausgelotet werden. Das Thema hat nach dem Anschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ traurige Aktualität. Welche kulturellen Grenzen hat das Komische, wie gerät die Komik selbst an Grenzen? Lässt sich dem Terror mit Komik trotzen? Kann man Hitler als komische Figur betrachten? Solche Fragen reichen auch in die Auftritte der Künstler hinein.

„Sie setzen aufs Komische nicht nur als Beiträge zur Lachkultur, sondern zum Merkwürdigen, Eigenartigen, Verrückten, zum Subversiven, Gewagten und Innovativen“, sagt Brückner-Kühner-Geschäftsführer Friedrich W. Block. Tickets: HNA-Kartenservice, Tel. 0561/203204, Infos und Karten: www.komik-kolloqium.de

Das Programm 

• 13.2., 19 Uhr, Konzertsaal im Institut für Musik, Uni Kassel: „Volumen 8“. Pigor singt. Benedikt Eichhorn muss begleiten

• 14.2., 17 Uhr, Kunsttempel: „Welcome Wutwut Werther. Komische Sprachkunst“. Vernissage mit Thomas Kapielski

• 15.2., 19 Uhr, Stadtbibliothek: „Hitler - Herzblatt - Trallala“. Nora Gomringer, Philipp Scholz, Yuriy Nepomnyashchiy

• 16.2., 19 Uhr, Kunsttempel: „3durch3“, Timo Brunke, Thomas Gsella, AnniKa von Trier

• 17.2., 20 Uhr, Grimmwelt: „Schiefe Märchen und schräge Geschichten“, Paul Maar

• 18.2., 18 Uhr, Museum für Sepulkralkultur: „Aus die Maus! Ungewöhnliche Todesanzeigen“, Prof. Dr. Christian Sprang

• 18.2., 20 Uhr: Museum für Sepulkralkultur: „Ist das jetzt Satire oder was?“ u.a. Heiko Werning, Tim Wolff

• 19.2.,19 Uhr, Caricatura: „Anrufung des Großen Bären - Harry Rowohlt zu Ehren“, Irene Fischer, Christian Maintz, Frank Schulz

• 20.2., 17 Uhr, Rathaus: Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor an Wolf Haas

• 21.2., 19 Uhr, Kulturzentrum Schlachthof: Lesung Funny van Dannen

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