Die K&K Philharmoniker gastierten mit einer Johann-Strauß-Gala in der Stadthalle

Mehr als Wiener Blut

Für Auge und Ohr: Die K&K Philharmoniker boten in der Stadthalle ein interessantes Strauß-Programm - mit einem Mix aus wenig bekannten Kompositionen und populären Stücken. Foto: Malmus

Kassel. Hat Johann Strauß (1825-1899) etwa die musikalische Collage erfunden? Die unerwartete Frage stellte sich, als die K&K Philharmoniker seine „Künstler-Quadrille“ op. 201 spielten. Das Stück besteht nämlich aus lauter Musikzitaten: Mendelssohns Hochzeitsmarsch, Mozarts g-moll-Sinfonie und vieles mehr. Für diesen Spaß kassierte Strauß 1858 glatt den Vorwurf einer „künstlerischen Blasphemie“.

Überhaupt zeigte die Johann-Strauß-Konzert-Gala in der gut gefüllten Stadthalle den Walzerkönig von wenig bekannten Seiten. Wer kennt schon das Intermezzo aus „Tausendundeine Nacht“ oder die Quadrille „Un ballo di maschera“, in der Melodien aus der gleichnamigen Verdi-Oper verarbeitet werden? Ein interessantes, wenn auch nicht unbedingt populäres Programm. Als niveauvolles Orchester mit überaus homogen klingenden Streichern, temperamentvollen Schlagwerkern und einer insgesamt eher unsentimentalen Spielweise präsentierten sich die K&K Philharmoniker. Passend dazu die Moderation des Orchestergründers und Dirigenten Matthias Georg Kendlinger: Der Tiroler blieb auf freundliche Art sachlich, versuchte erst gar nicht, den Wiener Schmäh zu imitieren.

Noblesse steuerte das Österreichische K&K Ballett bei. Charme, aber auch ein bisserl viel Vibrato kam von der Sopranistin Ute Ziemer.

Richtig populär wurde das Programm erst gegen Ende. Auf „Wiener Blut“ folgten drei Zugaben. Für den Donauwalzer gab es prompt Beifall mitten in der Introduktion, und beim Radetzkymarsch von Strauß-Vater klatschte das Kasseler Publikum beschwingt mit.

Von Georg Pepl

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