Neu im Kino: Unheimlich witzige Begegnung der dritten Art in „Paul“

Mein Freund, der Alien

Dicke Kumpels: Alien Paul und Graeme (Simon Pegg) überstehen auch brenzlige Situationen. Foto: Universal

Die Briten Simon Pegg und Nick Frost sind nicht nur richtig dicke Freunde, die Schauspieler, Komiker und Autoren arbeiten auch regelmäßig zusammen und schlüpfen in Rollen, die sie sich als Drehbuchschreiber auf den Leib geschneidert haben. Für gewöhnlich verbeugt sich das Duo liebevoll vor einem Genre, dann entstehen Höhepunkte wie die Zombie-Parodie „Shaun of the Dead“ oder die Action-Krimi-Persiflage „Hot Fuzz“.

Im neuen Werk, „Paul - ein Alien auf der Flucht“ nimmt das Duo nun die Science-Fic-tion-Gemeinde aufs Korn - einmal mehr mit sehr viel Fachkenntnis, Humor und Herz.

Die Freunde Graeme (Pegg) und Clive (Frost) verbindet eine tiefe Liebe zur Welt der Comics. Ein Besuch der Comic-Messe San Diego ist für die Jungs Pflichtprogramm. Auf der Heimfahrt führt kein Weg an den sagenumwobenen Schauplätzen urbaner Schauermärchen vorbei. Auch das legendäre „Area 51“ wird angefahren, denn hier versteckt die US-Regierung bekanntlich die Beweise für einen Alien-Besuch auf der Erde.

Dumm nur, dass der Außerirdische Paul (gesprochen von Bela B., „Die Ärzte“) nach 60 Jahren der Gefangenschaft ausgerechnet jetzt ausgebrochen ist und kleine, graue Hände ringend nach einer Mitfahrgelegenheit sucht. Der Mann aus dem All sieht genauso aus, wie ein solcher in der Popkultur meist dargestellt wird. Sein Charakter weicht allerdings erheblich von jedem Bild ab, das man sich von einem Besucher aus der Galaxis geschaffen haben mag.

Der kettenrauchende Klugscheißer hat, ganz im Gegensatz zu Graeme und Clive, keinerlei Scheu, er fühlt sich in deren Wohnmobil wie zu Hause. Wird Paul dem FBI entkommen, nach Hause telefonieren und seine Unterstützer so zu Helden der intergalaktischen Völkerfreundschaft machen?

„Paul“ ist ein kurzweiliges Alien-Abenteuer und eine überdurchschnittlich gute Komödie. In einer Liga mit „Shaun of the Dead“ oder „Hot Fuzz“ spielt der Film aber nicht. Denn hinter einer subversiven Maske kommt ein vergleichsweise zahmes und vorhersehbares Werk daher. Womöglich hat sich das kreative Gespann in Selbstzensur geübt, weil es auf den großen US-Markt schielte.

Genre: Science-Fiction-      Komödie

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!!:

www.hna.de/kino

Von André Wesche

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