Gastspiel mit Längen: die starbesetzte Komödie „Wenn der Kuckuck dreimal klingelt“ in Baunatal

Die meisten Lacher für den Butler

Im Zweifel für die Ehe: Anja Kruse und Christian Wolff spielten das alte Paar. Foto: Schachtschneider

Kassel. Auch Wohlstand und Liebe sind keine Garanten für stressfreies Eheglück. Zumindest nicht in der Komödie „Wenn der Kuckuck dreimal ruft“, die am Mittwoch in der gut gefüllten Stadthalle Baunatal über die Bühne ging.

Das Fazit vorweg: Zumindest die Besucher, die sich noch an das Original erinnern können, jene herrliche britische Komödie mit dem Titel „Vor Hausfreunden wird gewarnt“ mit Filmstars wie Cary Grant und Deborah Kerr, Robert Mitchum und Jean Simmons, dürften enttäuscht gewesen sein. Daran konnten auch die TV-Lieblinge Anja Kruse und Christian Wolff wenig ändern.

Die Handlung: Victor (Christian Wolff) und Hilary (Anja Kruse) führen seit vielen Jahren eine glückliche Ehe. In diese Idylle bricht eines Tages ein Unbekannter ein. So wirkt es zumindest. Die Wahrheit ist: Charles (Wolff-Sohn Patrick) und Hilary hatten einst eine leidenschaftliche Affäre. Nun ist der jugendliche Liebhaber gekommen, um Hilary ganz für sich zu haben. Die Angeschmachtete ist im Zwiespalt: Ihren Mann liebt sie, doch Charles begehrt sie. Ihr Angetrauter beschließt, seine Frau mithilfe einer Freundin (Olivia Silhavy) zurückzuerobern. Er lädt den Nebenbuhler zu einem gemeinsamen Wochenende ein, duelliert sich gar mit ihm – und hat schließlich Erfolg: Hilary entscheidet sich für ihn.

Bis es so weit war, musste das Publikum einige Längen überstehen. Die Inszenierung war nicht schlecht, aber eben auch nicht gut. „Das Publikum kommt aus dem Lachen nicht mehr heraus“, stand im Programmheft. Die Bühnenrealität sah völlig anders aus. Hier mal ein Schmunzler, da mal ein Grinser – für eine Komödie etwas wenig. Den Dialogen fehlte es an Ausdruckskraft, das brisante Thema ausreichend zu würzen, den Pointen zu oft an Timing.

Einen Lichtblick gab es dennoch: Rolf Kuhsiek. Herrlich komisch wie er den steifen, unterkühlten britischen Klischee-Butler gab. Doch Butler haben eben nicht viel zu sagen. Applaus gab es dennoch - mehr aber für die TV-Lieblinge als für die Inszenierung.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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