Ständehaus zeigt Bilder von Künstlern mit Behinderungen

Meister mal anders

Eine Vorliebe für knallige Farben: Heidi Loses „Frau mit rotem Schirm“ (Ausschnitt). Foto: Habich

Kassel. Bunt und knallig ist der erste Eindruck, den die Bilder der Ausstellung „Poesie und Ausdruckskraft“ vermitteln. Leuchtendes Gelb, kräftiges Rot, tiefes Blau springt dem Betrachter von den Großformaten entgegen, die derzeit im Ständehaus des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (LWV) zu sehen sind.

Die 34 Exponate wurden von Künstlern gemalt, die alle etwas gemeinsam haben: Es sind Menschen mit geistigen Behinderungen. Entstanden sind die Bilder in der Gruppe „Mal_anders“ der Wiesbadener Behindertenhilfe Evim: Die Künstlerin Monika Niebergall leitet in dieser Gruppe seit Jahren Menschen mit geistigen Behinderungen beim Malen an.

Ein typisches Merkmal der so entstandenen Werke: Viele greifen die Motive großer Meister auf. Einer der Künstler hat den Harlekin von Picasso nachgemalt, ein weiteres Gemälde erinnert an die Sonnenblumen von van Gogh, andere an Motive aus der Pop-Art. So heißt das Gemälde einer blonden Frau auch „Hommage an Roy Lichtenstein“. Die Bezüge zum Bekannten haben einen Grund - Monika Niebergall geht mit ihren Künstlern regelmäßig ins Museum und ermutigt sie, sich dort Ideen zu holen. Die zwanglose, freie Reproduktion wirkt an vielen Beispielen sehr ansprechend.

Hervor stechen die Bilder der taubstummen Künstlerin Heidi Lose, die seit über zehn Jahren unter Anleitung von Niebergall malt. Ihr Lieblingsmotiv sind Frauengestalten, mal mehr, mal weniger stark verfremdet.

Bis 22. September, Ständehaus, Ständeplatz 6-10, Mo bis Do 8 bis 16 Uhr.

Von Irene Habich

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