Die Kasseler Musiker Detlef Landeck und Rolf Denecke mit drei Bands beim Jazzfrühling

Jazzfrühling: Meister, die durch die Stile surfen

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Voller Einsatz: Detlef Landeck an der Posaune.

Kassel. Feierlaune herrschte beim Jazzfrühling im Theaterstübchen. Nicht nur, weil zwei wichtige Vertreter der heimischen Jazzszene, Kontrabassist Rolf Denecke und Posaunist Detlef Landeck, in diesen Tagen Geburtstag hatten.

Darüber hinaus war es eine Zusammenkunft Kasseler und ehemaliger Kasseler Musiker. In drei Bands glänzten die Geburtstagskinder, über die man munkelt, dass sie zusammen 101 Jahre alt seien. Und sie surften frisch durch die Stile.

Erster Stil im sehr gut gefüllten Stübchen war der neutönerische. Sozusagen eine Schubertiade der anderen Art, denn mit Landeck, Denecke und Schlagzeuger Joe Bonica konzertierte der für seine heftige Virtuosität bekannte Saxofonist Matthias Schubert. Die Trickles getaufte Formation spielte Kompositionen von Landeck sowie eine Hommage an Ornette Coleman, warf schräge Signalmotive, freitonale Simultanattacken und raschelnde Klangfelder in die Runde. Die antwortete mit entzückten Hui-Rufen.

Der zweite Stil war ebenso virtuos, nur nicht so wild. Im James-Moody-Project boten Landeck und Denecke mit Ulli Orth (Saxofon), Donato Deliano (Klavier) und Stephan Emig (Schlagzeug) Stücke aus dem Repertoire des im Vorjahr gestorbenen US-Saxofonisten und Bebop-Pioniers James Moody, darunter auch sein eigenes „Last Train from Overbrook“. Das Publikum genoss die perlende Eleganz der makellos aufspielenden Band.

Darauf swingten die Jubilare mit Pianist Urban Beyer, Schlagzeuger Tobias Schulte und den Posaunisten Andreas Schütz, Christoph Baader und Christoph Schrietter. Ein Stelldichein von Musikern aus unterschiedlichen Lagern, da Baader und Schrietter sonst im Staatsorchester mitwirken. Wie sagte der flockig formulierende Landeck über die Klassikmusiker, denen der Spaß anzumerken war: „Sie wagten sich in die Niederungen des Nachtlebens.“

Heute: Ron Carter Golden Striker Trio, Sparda-Bank am Ständeplatz, 20 Uhr.

Von Georg Pepl

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