Jewgeni Schuk und Ilonka Heilingloh

Dozentenkonzert in der Musikakademie

Kassel. Die Auswahl war ungewöhnlich. Werke des zeitgenössischen estnischen Komponisten Arvo Pärt und des Romantikers Tschaikowsky gab es beim Dozentenkonzert in der Musikakademie. Doch noch ungewöhnlicher war, wie am Ende des ersten Teils zwei konträre Stücke ineinander übergingen.  

Auf Pärts ruhigen „Spiegel im Spiegel“ folgte ohne Unterbrechung Tschaikowskys praller Danse russe aus „Schwanensee“ - es schien, als sollten die 50 Zuhörer nicht mit meditativen Tönen in die Pause geschickt werden. Denn zuvor setzte der Violindozent Jewgeni Schuk beim russischen Tanz aufs Bravouröse. Ob diese Dramaturgie effekthascherisch genannt werden darf, ist eine gute Frage. Aber immerhin machte der verwegene Mix erneut klar, über wie viele Klangfarben der Meistergeiger verfügt.

Intensive Wiedergabe

Mit seinem reich vibrierenden, schillernden Ton, der mal schmachtend, mal herrisch klingt, ist der Kasseler Dozent und 1. Konzertmeister am Stuttgarter Staatstheater ein Musiker, den man die Neigung zum „molto espressivo“ zuschreiben kann. Aber er versteht sich auch auf den geraden, schlackenlosen Geigenton, wie in „Spiegel im Spiegel“. Wer diesen Klang besonders mag, wird das Stück als Höhepunkt des Konzerts erlebt haben.

Versierte Gastpianistin war Schuks Ehefrau Ilonka Heilingloh - gewiss nicht am besten Flügel, den die Musikakademie zu bieten hat. Im zweiten Konzertteil präsentierte das Duo eine intensive Wiedergabe von Prokofjews Violinsonate D-Dur op. 94a. Für den Beifall und die Bravos bedankte es sich mit der bittersüßen Vocalise von Rachmaninow.

Von Georg Pepl

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