Das Ron Spielman-Trio bot im Fiasko beste Gitarrenkunst und wenig Bühnenpräsenz

Die Melancholie der 70er

Ausgiebige Soli: Ron Spielman bei seinem Auftritt im Fiasko. Foto:  Socher

Kassel. Mit viel Energie, Herz und Seele präsentierte sich das Ron-Spielman-Trio am Donnerstag im Fiasko. Im Mittelpunkt der großartigen Musik standen die Gitarrenkünste von Ron Spielman. Die Bühnenpräsenz der drei Musiker, neben Spielman agierten Bassist Edward Maclean und Schlagzeuger Benny Greb mit feinen Nuancen, hatte jedoch mehr von Schlafrock denn von Blues-Rock.

Der Blick ins Publikum? Interaktionen? Kommunikation? Wie hinter einer dicken Glasscheibe operierten die Musiker. Ein Konzert vor, aber nicht für Publikum. Das ist bedauerlich, die Musik jedoch entschädigte dafür. Mit im Gepäck: die neue CD „Absolutely live“. Auch Coverversionen wie „If Six Was Nine“ von Jimi Hendrix sind darauf zu finden.

Aus früheren wie auch aus Stücken des neuen Albums setzte sich der Spielplan zusammen. Die Musik, obwohl auch mal Funk und Rock zu Ehren kamen, transportierte überwiegend sanfte, melancholische, fast psychedelische Stimmungen und atmete häufig die Atmosphäre der 70er-Jahre.

Spielmans geschmeidig intonierte, lang gezogene Gesanglinien sorgten dafür.

Abgehstücke wie „There is no reason“ waren die Ausnahme. Kraftvoll und energiegeladen wurde es immer dann, wenn Spielman seine Soli brachte. Da zeigte er, was für ein begnadeter Gitarrist er ist, wirbelte über das Griffbrett, dehnte die Saiten, ließ sie aufheulen, einzelne Töne verzerrt im Raum stehen und ging übergangslos wieder in den Rhythmus über.

Auch seine Bühnenpartner Benny Greb, der im Sommer in Kassel einen Drum-Workshop gab und Bass-Mann Maclean begeisterten mit ausgedehnten und dynamischen Soli. Lautstarker Applaus der 40 Besucher.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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