Literaturnobelpreisträgerin erhält Franz-Werfel-Menschenrechtspreis

Menschenrechtspreis für Herta Müller

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Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller ist mit dem Franz-Werfel-Menschenrechtspreis ausgezeichnet worden.

Frankfurt/Main - Die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller (56) ist mit dem Franz-Werfel-Menschenrechtspreis der Stiftung “Zentrum gegen Vertreibungen“ ausgezeichnet worden.

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“Ich bedanke mich für den Franz-Werfel-Preis. Besonders bedanke ich mich dafür, weil ich nicht zu den Unterstützern des Zentrums gegen Vertreibungen zähle und ihn trotzdem bekommen habe“, sagte Müller am Sonntag in der Frankfurter Paulskirche. Die aus dem Banat stammende Schriftstellerin erhielt den Preis vor allem für ihren jüngsten Roman “Atemschaukel“, aus dem sie in ihrer Dankesrede vorlas.
In dem Buch schildert Müller die Deportation eines Rumänien-Deutschen in ein sowjetisches Arbeitslager nach 1945. Eine bewegende Laudatio auf die in Berlin lebende Nobelpreisträgerin hielt der Autor Ilija Trojanow (“Der Weltensammler“), der als Kind mit seiner Familie aus Bulgarien geflohen ist.

Die deutschen Literatur-Nobelpreisträger

Theodor Mommsen (1817-1903) erhielt 1902 den Preis für seine "Römische Geschichte“. © dpa
Rudolf Eucken (1846-1926) erhielt 1908 den Nobelpreis für eine in zahlreichen seiner Werke vertretene ideale Weltanschauung. © dpa
Paul von Heyse (1830-1914) erhielt 1910 den Nobelpreis für das "von Auffassung geprägte Künstlertum". © dpa
Gerhart Hauptmann (1862-1946) erhielt 1912 den Nobelpreis für seine "reiche, vielseitige, hervorragende Wirkung auf dem Gebiet der dramatischen Dichtung". © dpa
Thomas Mann (1875-1955) erhielt 1929 den Nobelpreis für Literatur für seinen ersten Roman „Buddenbrooks“. © dpa
Hermann Hesse (1877-1962) erhielt 1946 den Literaturnobelpreis für sein Gesamtwerk. © dpa
Nelly Sachs (1891-1970) erhielt den Nobelpreis für Literatur „für ihre hervorragenden lyrischen und dramatischen Werke, die das Schicksal Israels mit ergreifender Stärke interpretieren.“ © dpa
Heinrich Böll (1917-1985) erhielt 1972 den Preis “für eine Dichtung, die durch ihre Verbindung von zeitgeschichtlichem Weitblick und liebevoller Gestaltungskraft erneuernd in der deutschen Literatur gewirkt hat“. © dpa
Günter Grass (1927) erhielt 1999 den Preis, „weil er in munterschwarzen Fabeln das vergessene Gesicht der Geschichte gezeichnet hat“. © dpa
Die in Rumänien geborene Herta Müller (1953) ist die neue Nobelpreisträgerin. Die Königlich-Schwedische Akademie in Stockholm begründete ihre Auswahl unter anderem mit der Reinheit der Dichtung, die Müllers Werken innewohne. Müller zeichne "mittels der Verdichtung der Poesie und der Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit". © dpa

Der mit 10 000 Euro dotierte Preis ist nach dem jüdischen Schriftsteller Franz Werfel (1890-1945) benannt und wird alle zwei Jahre vergeben. Die Jury-Entscheidung fiel nach Angaben der Stiftung bereits am 1. Oktober - also vor der Verleihung des Nobelpreises an Müller. Preisträger 2007 war der ungarische Autor György Konrad. Die Vorsitzende der Stiftung, Erika Steinbach, und Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (beide CDU) sprachen ebenfalls in der Paulskirche. Zuvor hatte sich Müller in das Goldene Buch der Stadt eingetragen

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