Der Sammler Hans-Wilhelm Hess vertraut seine Kollektion dem Stadtmuseum an

Von Merian bis zu Beuys

Symbolische Übergabe: Cornelia Dörr und Hans-Wilhelm Hess mit Beuys-Bild und einem Porträt von Kurfürst Wilhelm I. Foto: von Busse

Kassel. Über Jahrzehnte hat Dr. Hans-Wilhelm Hess eine Sammlung zusammengetragen, die Kassels Kunst- und Kulturgeschichte repräsentiert. Jetzt hat er seine über 50 Gemälde und 400 Grafiken umfassende Kollektion verkauft und dem Stadtmuseum überantwortet.

Den Ankauf ermöglichten Rotary Club, Verein Freunde des Stadtmuseums, Winters-hall AG, Karl- und Waltraud-Branner-Stiftung und Hessischer Heimatbund.

„Ich bin zur Verschwiegenheit über den Preis vergattert“, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen bei der Übergabe im Rathaus, mit der Summe von 15 000 Euro hätten aber die Rotarier einen maßgeblichen Beitrag geleistet. Hilgen bedankte sich bei Hess für das Vertrauen, mit dem dieser sein Lebenswerk in die Hände der Stadt gebe: „Ich verspreche Ihnen, wir werden Ihre Sammlung pfleglich behandeln und häufig ausstellen.“

Und zwar zum ersten Mal im Herbst. Dann soll die Sammlung Hess im Ausweichquartier des wegen Sanierung geschlossenen Stadtmuseums an der Wilhelmsstraße gezeigt werden. Sie sei kenntnisreich und zielgerichtet zusammengetragen und umfasse von einer Kasselansicht Matthäus Merians bis zur Avantgarde der 20er- und 30er-Jahre einen geschlossenen Querschnitt der Kasseler Kunst, Gesellschafts- und Stadtgeschichte, erläuterte die Leiterin des Museums, Dr. Cornelia Dörr. Hess hofft, dass seine Sammlung einen Beitrag leistet, um die Kasseler Akademie bekannter zu machen. Auch eine Anekdote gab er zum Besten: Mit einem Brillenputztuch (Hess entstammt einer traditionsreichen Kasseler Optikerfamilie), einem Coladeckel und einem Zigarettenstummel überklebte Joseph Beuys 1971 eine Hundertwasser-Postkarte. Coladeckel und Kippe entfernte allerdings Hess’ Putzfrau: Sie hielt das für Abfall.  (vbs)

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