Der Entertainer Martin Lüker begeisterte mit seiner Hommage an Nana Mouskouri im Theaterstübchen

Mit Metaxa, Mettwurst und Bienenstich

Gekonntes Klavierspielen und knuddeliger Humor: Der Entertainer Martin Lüker im Theaterstübchen. Foto: Socher

Seit 43 Jahren halte ich dieser Frau die Treue. Nein, nicht meiner Mutter.“ Wem der Tasten-Humorist Martin Lüker mit der Hingabe eines lebenserfahrenen Ostwestfalen sein neuestes Programm widmet, wird schon durch die weißen Rosen und das rote Kleid neben dem Klavier dokumentiert: Nana Mouskouri.

Jene griechische Sängerin, die lange vor Fielmann ihre Brille zum Markenzeichen machte und im antiken Zeitalter des öffentlich-rechtlichen TV-Deutschlands zur Schlagerkultur gehörte wie der griechische Wein von Udo Jürgens. Lükers neues Programm ließ das Theaterstübchen am Mittwoch aus allen Nähten platzen.

Der knuffige Entertainer ist in Kassel selbst zu einem Markenzeichen geworden. Sein Konzept: gekonntes Klavierspielen als Basis für knuddeligen Humor, Blödelfreude und Reimkunst mit autobiografischen Kissenschlachten.

Zu Beginn machte Lüker Mouskouris Bedeutung in kompositionstechnischer Hinsicht deutlich und spielte „Weiße Rosen aus Athen“, so wie es Mozart, Tschaikowski und Forrest Gump getan hätten.

Das Publikum hörte auch die Lebensgeschichte eines Jungen, der zwischen „Metaxa, Mettwurst und Bienenstich“ sein Idol entdeckte: „1981 habe ich von Nana ein großes Fanposter aus der Bravo ausgeschnitten und später über sie Forschungen angestellt.“ Das Ergebnis: Nana hat sie alle geprägt. Man höre nur genau, wie der Refrain von „Live is live“ weitergeht? Richtig: „Na Na Na Nana.“

Nach Nana-Hits zum Mitsingen gab es ein romantisches Erlebnis: „Als ich sie bei einem ihrer Konzerte kennenlernte, schenkte sie mir eine Münze“, berichtet Lüker voll gespielter Rührung. Später wird er selbst zu Nana, setzt ihre Brille auf, spricht gebrochenes Kasseläner Französisch und erklärt als Mouskouri: „Diesem nervenden Typ habe ich eine Münze gegeben, damit der endlich aufhört zu singen.“

Lükers satirische Wandlungen, die vielen Gags und die Spielfreude hätten für zwei Programme gereicht. Das Publikum bedankte sich überschwänglich.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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