Metisolea mit anspruchsvollem Mestizo-Sound im Schlachthof

Spielten in Kassel stark auf: die Musiker von Metisolea. Foto: Fischer

Kassel. Wie heißt es da so schön auf der Internetseite der Booking Agentur Patchanka: „Wenn ich nicht dazu tanzen kann, ist es nicht meine Revolution.“ Es ist der Schlachtruf der Mestizo-Szene, das Mantra einer Musikergemeinde, die sich kompromisslos auf alles stürzt, was den Pudding wackeln und die Seele kochen lässt.

Funk, Jazz, Latin, Rock, Electro - das Kochbuch platzt aus allen Nähten und bei den Textbeiträgen ballt man die Faust in der Tasche. Erzählt werden die Geschichten jener, die man weltweit sozial aussortiert und deren Hilferufe zwischen den Wänden ihrer Wellblechhütten verhallen wie die Polizeisirenen in den Vororten der Metropolen.

Die Agentur Patchanka betreut auch die französische Band Metisolea, die sich bei ihrem Konzert im gut besuchten Kulturzentrum Schlachthof als ein stark aufspielendes Mestizo-Septett der Extraklasse präsentierte.

Bei Metisolea verzichtet man komplett auf die kompositorische Schwerelosigkeit, mit der französische Musiker so gern kokettieren. Stattdessen setzt man auf spanisches Kolorit, Reggaeton und heftigen Crossover, wie ihn einst Prodigy perfektionierte. Mit einem DJ an Bord, der sich auch als ausgezeichneter Sopransaxofonist einbrachte, ließen sich die Klangräume perfekt versiegeln und gekonnte Einzelaktionen sorgten für mächtig Dampf im Kessel.

Knackige Bläsersätze, Gitarren-Flamenco, Cante chico (südländische Gesangsart) und Palmas - trotz einiger anspruchsvoller Ausflüge in den Arrangements arbeitete sich das Publikum tanzend an das Energiezentrum des Bühnengeschehens heran.

Je länger der Abend, desto intensiver gestaltete sich der Kontakt zur Band und bei der Zugabe tobte der Saal. Großer Applaus.

Von Andreas Köthe

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