Benefizkonzerte für Käthe Kollwitz Schule

Milky Chance machen Mensa zum Club

Hofgeismar. Das Kasseler Musikerduo Milky Chance gab am Samstagabend zwei Konzerte in der Mensa der Käthe Kollwitz Schule. Die Künstler verzichteten auf ihre Gage, der Erlös des Abends soll für einen guten Zweck genutzt werden. 

Buntbemalte Delfine aus Pappe schweben von der Decke der Hofgeismarer Käthe Kollwitz Schule. In ihnen bricht sich das Licht der Diskokugel. Im Hintergrund eine gemalte Strandlandschaft mit Palmen und Meer, ein Hinweis auf den guten Zweck der Veranstaltung.

Davor das Kasseler Musikduo Milky Chance. Es scheint alles ein wenig unwirklich. Unwirklich aber wahr, genau wie der Aufstieg von Milky Chance.

Die Hofgeismarer Schule ist eine Schule für Menschen mit Behinderung. Milky Chance spielten dort am Samstag zwei Benefizkonzerte vor je 300 Zuschauern. Die Künstler verzichteten auf ihre Gage, um mit dem Geld ein Projekt der Schule zu unterstützen. So soll es vier Schülern möglich gemacht werden, an einer Delfintherapie teilzunehmen.

Ziemlich sprachlos stand der 20-Jährige Kasseler Clemens Rehbein, Sänger von Milky Chance, auf der kleinen Bühne der Schulmensa. Man bekam den Eindruck, dass er seinen Erfolg noch immer kaum fassen kann. Hatte er doch im Vorjahr selbst erst Abitur gemacht, spielt er jetzt ausverkaufte Konzerte in deutschen Städten. Für das nächste Jahr sind Auftritte in Europa geplant.

Hilfreich daher, dass einer der Kollwitz-Schüler die Moderation des Abends übernommen und den Star bereits voller Begeisterung angekündigt hatte. Das Musikduo spielte einen Großteil der Songs des aktuellen Albums „Sadnecessary“ - das Publikum wippte im Takt, in den vorderen Reihen wurde ausgelassen getanzt. Spätestens bei der aktuellen Single „Stolen Dance“ blieb dann kein Fuß mehr stehen.

Die oft melancholisch klingende Stimme von Rehbein gemischt mit ein bisschen Reggae-Sound und Elektrobeats, lässt sich nur schwer einer Musikgattung zuschreiben. Liebe und Herzschmerz, aber auch glückliche Momente besingend passen die Lieder in jede Lebenslage. In der Mensa wirkten die durchdringenden Bässe allerdings vielfach wie eingesperrt. Vermutlich wären sie eingebettet in die Standlandschaft, wie sie von den Schülern gemalt worden war, noch durchdringender.

Gut 60 Minuten standen Milky Chance auf der Bühne. „So zwei Konzerte hintereinander sind ganz schön anstrengend“, sagte Rehbein entschuldigend. Als Zugabe gab es noch zwei Lieder zusammen mit der Musikerin Paulina Eisenberg, die bereits mit ihrer souligen Stimme im Vorprogramm begeistert hatte.

Mit ihrem Einsatz für den guten Zweck zeigen Milky Chance, dass sie trotz des Erfolgs noch auf dem Boden geblieben sind. Eine lockere Unterhaltung und ein paar Fotos mit den Fans waren in der Pause Pflicht.

Bilder vom Konzert

Milky Chance spielen in der Käthe Kollwitz Schule

Wenn der Aufstieg von Milky Chance so unwirklich weitergeht. Wird es künftig schwer werden, der Band nochmal so nah zu sein. Aber genau diese Atmosphäre machte den Abend zu einem besonderem.

Von Kathrin Meyer

Rubriklistenbild: © Löschner

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