Minimal Music Festival: Ein Instrument als Tanzfläche

Musik- und Tanzperformance in fünf Teilen: Ania Losinger mit einer Xala (Bodenxylofon) und Mats Eser (Marimba, Percussion). Foto:  Malmus

Kassel. Vieles an der Schweizer Künstlerin Ania Losinger ist bewundernswert, angefangen damit, dass sie sich ihren Traum verwirklicht hat. Im Normalfall sind die Funktionen von Musikern und Tänzern getrennt, da die einen spielen, während die anderen tanzen. Ania Losinger schwebte die Idee vor, beides zu vereinen.

Eine auf dem einzigartigen Instrument Xala getanzte Performance beeindruckte am Freitag 200 Gäste beim Eröffnungskonzert des 3. Internationalen Minimal Music Festivals.

Losinger hatte mit dem Instrumentenbauer Hamper von Niederhäusern das Xala, das sowohl als Tanzfläche wie als Klangerzeuger dient, entwickelt. In der Mitte des Saales im Kasseler Kunstverein im Fridericianum war das Xala auf einem Podest aufgestellt: Ein Bodenxylofon mit gestimmten Klangplatten aus Holz und Metallplatten an den Seiten.

Ania Losinger bringt das Xala auf vielfältige Weise zum Klingen. Sei es mit der virtuosen Fußtechnik, über die sie als Flamenco-Expertin verfügt, oder sei es mit zwei Stöcken. Oft setzt sie die Mittel gleichzeitig ein, was entsprechend komplex klingt. Und den optischen Eindruck der apart beleuchteten Performance kann man nur hoheitsvoll nennen.

Der Duopartner Mats Eser spielt hauptsächlich die Marimba und harmoniert perfekt mit Losinger. In ihren polyrhythmischen Stücken bringen die beiden unterschiedliche musikalische Charaktere hervor. Die Inspiration dazu stammt aus der chinesischen Naturphilosophie, und zwar von der Lehre der fünf Elemente Erde, Wasser, Feuer, Metall und Holz.

Nach jedem Element applaudiert das Publikum der gelöst lächelnden Tänzerin, zuletzt gibt es langen Jubel und eine Zugabe. Begonnen hatte der Abend mit Grußworten von Oberbürgermeister Bertram Hilgen und dem künstlerischen Leiter Dr. Ulli Götte. Seit 1997 veranstaltet der Förderverein Minimal Music Kassel das Festival alle zwei Jahre, seit 2007 ist es international. Auch hier wurde eine Idee verwirklicht - und Kassel zu einem Zentrum der Minimal Music gemacht.

Von Georg Pepl

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