Neu im Kino: In Detlev Bucks Komödie „Rubbeldiekatz“ überzeugt Matthias Schweighöfer als Frau

Minirock statt Muskelshirt

Mädelsabend auf der Reeperbahn: Zum Junggesellinnenabschied von ihrer Schwester Jasmina (Palina Rojinski, Mitte) nimmt Sarah (Alexandra Maria Lara, Zweite von rechts) ihre Freundin Alex (Matthias Schweighöfer, rechts) mit. Foto: dpa

Alexandra ist groß, blond und blauäugig: eine Frau mit „German Nordic Charisma“. Das findet zumindest der Hollywood-Regisseur, der gerade in Berlin ist, um ein Nazi-Drama zu drehen. Ruck, zuck ist Alexandra engagiert, ihr Part wird sogar zur Hauptrolle umgeschrieben. Besser könnte es für die Schauspielerin eigentlich nicht laufen – dumm nur, dass kaum jemand weiß, dass Alexandra eigentlich Alexander heißt.

Dass Regisseur Detlev Buck etwas von Komödien versteht, hat er bereits vor 15 Jahren mit seinem bisher größten Erfolg „Männerpension“ bewiesen. Mit „Rubbeldiekatz“ hat er sich nun wieder diesem Genre gewidmet. Dabei herausgekommen ist eine absurd-vergnügliche Komödie, in der Sonnyboy Matthias Schweighöfer nicht nur gekonnt auf hohen Absätzen durch den Film stöckelt, sondern durchweg eine glaubwürdige Frau abgibt.

Als Alexandra hat der erfolglose Bühnenschauspieler Alexander Honk (Schweighöfer) endlich eine große Filmrolle ergattert. Von seinen liebevoll-ruppigen Brüdern (Buck, Maximilian Brückner) und Kumpel Jan (Denis Moschitto) angestachelt, nimmt er sie an – auch wenn Sarah Voss (Alexandra Maria Lara), in die er seit dem One-Night-Stand des Vorabends verliebt ist, seine künftige Filmpartnerin ist. Was tun, um Sarah nah zu sein, ohne aufzufliegen? Ihre „beste Freundin“ werden. Das aber macht das Versteckspiel genauso wenig einfach wie die Annäherungsversuche eines Kollegen ...

Auch wenn der Stoff des Films nicht neu ist – ein „Hab’ ich schon so oft gesehen“-Gefühl bleibt beim knapp zweistündigen Kinobesuch aus. Auch die an sich ziemlich flache Handlung, die manchmal übertriebene Albernheit und das leicht im Kitsch versinkende Ende sind verzeihbar.

Denn wo schon die Anlage der Figuren Komik verspricht, hat Buck mit der Besetzung ein glückliches Händchen bewiesen. Nicht nur von Schweighöfer und Lara, die vor allem in ihren Szenen zu zweit überzeugen, lebt dieser Film. Vielmehr bestechen die hervorragenden Nebendarsteller, wie beispielsweise Max Giermann als Hitler oder Milan Peschel als schwuler Kostümdesigner, die ihre Rollen detailverliebt ausfüllen und vor allem in den manchmal absurden Szenen abseits der Haupthandlung glänzen. Mit ihren ulkigen und pointierten Dialogen bringt Bucks Komödie wohl kaum einen Zuschauer nicht zum Lachen.

Genre: Komödie

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!!:

www.hna.de/kino

Von Kristina Marth

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