Die Galerie Coucou zeigt Arbeiten französischer Künstler unter dem Motto „Gefährliche Liebschaften“

Mischung aus Fiktion und Realität

Thematisiert das Verhältnis von Künstler zu Kunst und Gesellschaft: Die Ausstellung „Gefährliche Liebschaften“ in der Galerie Coucou. Von links Milen Krastev (Galerie-Direktor), Kathrin Rost (Kuratorin) und Künstler Nicolas Julliard mit seinem auf dem Stuhl liegenden Pelomorphe. Foto: Bassing

Kassel. Die Stellung des Künstlers in der Gesellschaft, das oft schwierige Verhältnis unter Künstlern und die unaufhaltsame Sucht und Leidenschaft zur Kunst – das thematisiert die Ausstellung „Gefährliche Liebschaften“ in der Galerie Coucou. Vier französische Künstler zeigen mit Gemälden, Animationen und Videos, wie sie Kunst empfinden und was Kunst für sie bedeutet.

Die Arbeiten von Nicolas Julliard werden von „Pelomorphe“ bestimmt, einem Wesen „zwischen Mensch und Tier“, wie der Franzose es beschreibt. Pelomorphe stellt für Julliard so etwas wie ein großer Teddybär dar. Als Skulptur aus Stoff liegt er auf dem Stuhl und ist auch auf seinen Bildern zu sehen. Die Bilder sind von Hand und mit dem Computer gezeichnet. „Es soll so aussehen, als ob die Bilder aus einem Malbuch stammen würden.“

Viel Anerkennung

Auch der Künstler selbst ist auf jedem Werk zu erkennen. „Ich vermische die Fiktion mit der Realität“, erklärt Julliard. Seine Bilder kritisieren den Konkurrenzkampf von Künstlern untereinander, zeigen aber auch die enge Beziehung des Künstlers zu seinen Werken. Gerade junge Leute oder Kunst-Studenten fühlten sich von der Inszenierung Julliards angesprochen, sagt Galerie-Direktor Milen Krastev. „Sie können selbst nachempfinden, was Julliard ausdrückt.“

Neben Nicolas Julliard zeigen auch Ludovic Méhauté, Philippe Faure und Rustha Luna Pozzi-Escot Arbeiten zum Thema „Gefährliche Liebschaften“. Pozzi-Escot ließ sich als Amazone fotografieren und spielt mit dem Klischee, wie Frauen wahrgenommen werden. „Das Schutzschild ist aus Schminkpaletten zusammengesetzt, die Krone aus Wimpernzangen, die Patronen der Kämpferin sind Tampons“, erklärt Kuratorin Kathrin Rost.

Philippe Faure zeigt mit 3D-Animationen die Liebe von Männern zu Sportwagen – diese gehen in den Videos in Flammen auf. Ludovic Méhauté hingegen besucht Orte, an denen er gelebt hat. Nach Jahren erwarten ihn dort aber Neubaugebiete, andere Häuser wurden abgerissen und manche Orte sind ganz verschwunden.

Galerie Coucou, Werner-Hilpert-Straße 8, 8. bis 11. September und 15. bis 18. September, jeweils 16.30 bis 19.30 Uhr, sowie nach Vereinbarung, Tel. 0170/9 69 98 97. Finissage am 17. September ab 19 Uhr mit französischer Küche und Livemusik des Duos L’Humour.

www.coucou-coucou.com

Von Jessica Bassing

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