Neu im Kino: „Arthur Weihnachtsmann“ kreidet die Kommerzialisierung des Fests an

Mission Bescherung

Ein Kindskopf rettet Weihnachten: Arthur passt nicht in das perfekte Weihnachtsgeschäft - und ist am Ende doch nützlich. Foto:  dapd

So viele Kinder, so wenig Zeit. Weil jedes auf dem Globus pünktlich sein Geschenk bekommen will, hat sich der Weihnachtsmann-Beruf stark verändert. Die Bescherung ist zum generalstabsmäßigen Kommando-Unternehmen geworden. Ein Raumschiff hat den guten, alten Schlitten ersetzt und die Schaltzentrale am Nordpol weckt Erinnerungen an die Bodenstation der Nasa – nur ist sie hundertmal größer.

Hier leben drei Generationen von Weihnachtsmännern. Der pensionierte Opa gönnt sich gern ein gutes Tröpfchen und denkt wehmütig an früher, während sich sein amtierender Sohn seinerseits auf den Ruhestand vorbereitet. Die Nachfolge wird der schneidige Filius Steve antreten, der die Logistik des Unternehmens ohnehin schon fest im Griff hat.

Sein Bruder Arthur hingegen verbreitet Chaos. Zwar mag der Kindskopf das Weihnachtsfest sehr, aber seine romantischen Vorstellungen sind mit der knallharten Realität des rot-weißen Business nicht zu vereinbaren. Aber diesmal geht etwas schief. Zwei Milliarden Geschenke wurden pünktlich zugestellt, aber ein Präsent ist am Nordpol vom Band gefallen. Nun wird ein kleines Mädchen in England als einziges Kind des Planeten aufwachen und nicht das gewünschte Fahrrad unter dem Baum finden. Der Weihnachtsmann hat längst seine Ferien angetreten, für Steve ist ein einzelnes, gebrochenes Herz ein akzeptabler Schaden. Aber nicht mit Arthur. Der notorische Tollpatsch bewegt seinen Großvater zu einer letzten Mission. Noch einmal geht der alte Rentier-Schlitten auf große Fahrt, wobei Defizite bei der Navigation dafür sorgen, dass man bald überall auf dem Globus von Ufo-Erscheinungen berichtet …

Schon einmal arbeitete das geniale britische Knet-Studio Aardman („Wallace & Gromit“) mit einem Multi zusammen, gemeinsam mit DreamWorks entstand „Flutsch und weg“, ein computeranimierter Trickfilm, dessen hohes Tempo keinen rechten Charme aufkommen lassen wollte.

Wenn Aardman nun mit Sony Pictures Animation den großen Familienfilm zur Weihnachtssaison präsentiert, ist das Problem ein ähnliches. Ein Streifen, der die Kommerzialisierung des Festes anprangert, muss kühl daherkommen. Arthurs Hatz um den Globus tut ein Übriges, um keine rechte Weihnachtsstimmung aufbrodeln zu lassen. Nur in den letzten zehn Minuten hält die Romantik Einzug.

Genre: Animation

ohne Altersbeschränkung

Wertung: !!!::

www.hna.de/kino

Von André Wesche

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