Mit der Kunst leben

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„Ein besonders schönes Material“: Uwe Kahlert arbeitet an seiner Werkbank häufiger mit Blattgold und verziert damit seine Kunstwerke. Die Arbeit mit Blattgold ist eine von vielen Fähigkeiten, die er sich als Restaurator angeeignet hat.

HANN. MÜNDEN. „Wir leben mit der Kunst“, sagt Uwe Kahlert über sich und seine Frau. Deshalb ist das Atelier nicht wie bei anderen Künstlern unter dem Dach oder im Keller, sondern ein Teil des Wohnzimmers; und damit ein Teil des täglichen Lebens. „Wann immer meine Frau und ich Ideen haben, setzen wir sie sofort um.“

Heike und Uwe Kahlert zeigen ihre Werke im Rahmen des DenkmalKunst-KunstDenkmal- Festivals in Hann. Münden. Neben den beiden stellen auch viele andere Künstler ihre Werke in leerstehenden Fachwerkhäusern in der Altstadt aus. Die Kunstwerke des gelernten Schaufenstergestalters zeichnet ein ganz eigener Stil aus: Die Werke entstehen meist aus Holzresten aus dem Wald oder aus Treibgut, das angeschwemmt wurde. Überhaupt dreht sich bei Kahlert sehr viel um Holz - kein Wunder, war er doch zuletzt als Möbeltischler und Restaurator tätig.

„Inspiration, wie das Werk am Ende aussehen könnte, geben mir die Materialien selbst“, erklärt Kahlert. Über Wochen oder gar Monate entstehen die Ideen „zuerst im Kopf“, anschließend erfolgt ihre Umsetzung. Hierbei versucht der 59-Jährige verschiedene Materialien miteinander zu verbinden. „Die Optik spielt da eine besondere Rolle“. Gerne verwendet er Blattgold: „Ein wunderschönes Material, mit dem ich in meiner Zeit als Restaurator schon viel gearbeitet habe.“ Das Blattgold kommt an Stellen zum Einsatz, die als eher untypisch gelten können: So vergoldete Kahlert Steine an einem im Dänemark-Urlaub gefundenen Holzbalken. Fähigkeiten, die er über seinen beruflichen Werdegang erworben hat, könne er natürlich gut gebrauchen, sagt Kahlert. Aber: Kunst komme auch daher, dass „man Dinge schön findet und etwas mit ihnen umsetzen mag“.

Diesen Drang hat Kahlert schon früh an sich festgestellt: Das Auge für Farben und Materialien habe er seit seiner Jugend. Bereits seit dem 15. Lebensjahr beschäftige er sich schon mit der Kunst. Erste Ausstellung Setzt er sich schon so lange mit der Kunst auseinander, ist das DenkmalKunst - Kunst- Denkmal-Festival trotzdem seine erste Ausstellung als Künstler.

Seine Frau brachte ihn beim DenkmalKunst-Festival ins Gespräch: „Meine Frau wurde gefragt, ob sie wieder ausstellen wolle. Da hat sie mich ebenfalls vorgeschlagen. Er sei „ganz schön überrascht“ gewesen, erzählt Kahlert und schmunzelt. Aber das Festival stelle für ihn wie auch seine Frau eine zusätzliche Motivation dar, weitere Kunstobjekte zu schaffen. Die Kunst überhaupt ist eine große gemeinsame Leidenschaft: „Wir ergänzen uns sehr gut. Wir helfen und inspirieren uns und geben dem anderen auch eine Rückmeldung zu seinem aktuellen Projekt.“ Die Resultate des Ehepaars kann man sich ab dem 27. September bis zum 6. Oktober im Packhof anschauen.

Neue Sichtweisen

Kunst-Vielfalt auf Festival macht den Reiz aus

Holz, Spachtel, Acryl, Öl - das DenkmalKunst-Festival lebt von der Vielfalt seiner Aussteller und deren Werke: Neben Uwe Kahlert und seinen Holz-Kunstwerken mit Blattgold-Veredlung, sind auch viele Künstler mit ganz anderen Schwerpunkten vertreten.

So hat sich Franziska Illmer der Acrylmalerei verschrieben: „Seit 2010 male ich in Acryl“, berichtet sie und schnell habe sie dabei ein „Gespür für Farben“ enwickelt. Liegt ihr Hauptaugenmerk auf Acryl, hat sie sich inhaltlich aber noch keinen Schwerpunkt gelegt. Im Gegenteil: „Ich probiere gerne und viel aus“, sagt 39-Jährige über ihren eigenen Stil und verrät: „Seitdem ich male, sehe ich die Welt mit ganz anderen Augen.“ Besucher können sich ihre Werke beim Denkmal- Kunst-Festival ebenfalls im historischen Packhof anschauen.

Einzeln oder in der Gruppe

Im historischen Packhof zeigen folgende Mitglieder des Vereins Mündener KunstNetz ihre Arbeiten:

Carola Bodenstein, Johannes Eichhorn, Barbara Engelhardt, Brigitte Gieseler, Petra Graser, Dieter Hajek, Verena Herth, Sylvia Inderwiesen, Heike und Uwe Kahlert, Eva Maria Kiefer, Lisa Klette, Gunhild Lohmann, Sabine Magdeburg, Gaby Meyer, Mariarosa Ostan Herth, Renate Quellhorst, Susanne Schmitt, Reinhard Ulmar, Nicklas Ulmar, Maria-Agnes Wagner, Monika Westphal, Franziska Illmer.

Weitere Mündener KunstNetz Künstler stellen ihre Werke in Einzelaustellungen aus:

Christina Hinzmann, Daniel Castiglione und Andreas Zech präsentieren ihre Werke in der Destille, Hinter der Stadtmauer 9 und 11.

Arbeiten von Uschi Senff findet man im Gästehaus Tanzwerder, Tanzwerderstr. 15.

Lore Puntigam, Bettina Kalausch und Ildikó Bartolus stellen in der Lohntstraße 3 aus.

Elke Luise Vogel, Margit Schmidt und Siegfried Lotze zeigen ihre Werke im Lotzehaus, Fachwerkhaus in der Radbrunnenstraße 17. 

Patricia Kenar präsentiert die Kunstwerke mit ihrer Gruppe Femme Fatale in der Kemenate, Vor der Burg 13.

Einmal zahlen, alles sehen

Dauerkarten fürs Festival gibt es im Vorverkauf zu 17 Euro derzeit noch bei der Tourist- Info im Rathaus, in der Buchhandlung Winnemuth, im Café Aegidius und im Hotel Aegidienhof in Hann. Münden, bei der VR-Bank Südniedersachsen sowie in allen HNA-Geschäftsstellen.

Ab Montag kostet die Dauerkarte dann 19 Euro. Kinder bis 14 Jahre haben freien Eintritt. Die Karte berechtigt zum Eintritt in alle Ausstellungsräume sowie zum Besuch aller Veranstaltungen des Rahmenprogramms.

Tageskarten in Form von Bändchen gibt es während des Festivals zu je acht Euro. Das druckfrische Programmheft mit Festivalplan und einer Übersicht über die teilnehmenden Künstler auf einem Stadtplan ist für einen Euro zu erhalten in der Buchhandlung Winnemuth, im Café Aegidius, bei der VRBank und in der Blasiuskirche. Aktuelle Programmänderungen und -ergänzungen findet man im Internet auf www.denkmalkunst-kunstdenkmal.de. (tns)

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