Mitreißende Alpenrocker: Die Aeronauten im Schlachthof

Mit Wucht und Schmackes in einen heißen Abend: Die Aeronauten mit Frontmann Oliver Maurmann im Schlachthof. Foto: Hedler

Kassel. Als die Aeronauten den Saal verlassen, ruft das Publikum sie mit lautstarken „Wohoho-Fuck“-Rufen auf die Bühne zurück -  und so gibt's eine Zugabe von 15 Minuten obendrauf.

Das Konzert der sechsköpfigen Formation Die Aeronauten – Olifr M. Guz (Oliver Maurmann, Gesang), Samuel Hartmann (Gitarre), Marc Zimmermann (Bass), Roger Greipel (Sax, Synthesizer), Roman Bergamin (Trompete) und Daniel d’Aujourd’hui (Schlagzeug) hatte etwas vom Spannungsbogen der gern besungenen Kreuzberger Nächte: Erst fangen sie langsam an, aber dann ..!

Oder wie es Frontmann Maurmann augenzwinkernd ausdrückte: „Wir sind noch zehn Minuten verhalten, dann aber spielen wir hier alles kurz und klein.“ Schon zum Auftakt mit dem Reißer „Schaffhausen Calling“ machte die Band klar, wo es langgeht: mit Wucht und Schmackes in einen heißen Abend.

Kernigen Rock, vermischt mit pfeilschnellem Punk, einer Prise Funk, tolle, melodische Bläsereinsätze und mehrstimmig gegrölte Refrains sind das Markenzeichen der Band. Und natürlich die markante Stimme Maurmanns, die an eine Mischung aus Udo Lindenberg und Klaus Lage erinnert. Überwiegend in Deutsch schmettert die Formation ihre Stücke. Die Refrains klingen, als hätten die Toten Hosen Pate gestanden.

Auch die Nummern ihrer aktuellen CD „Heinz“ sind fast durchweg Abgehnummern, die zum Tanzen, Mitsingen und Feiern animieren. All das taten die 70 Besucher reichlich. Auch humorvolle Einlagen fehlten nicht. So verspeiste Saxofonist Roger Greipel während eines Stückes genüsslich eine Banane und sang den Refrain mit dicken Backen. Auch kleine, gespielte Streitereien fädelten die Musiker gern ein. „Wer hat meine Gitarre verstimmt? Du bestimmt“, meckerte Maurmann seinen Bassisten an. Der grinste in sich hinein und hielt sogleich sein Instrument in Bereitschaft.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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