The Temptations im Outback Bad Arolsen

Mitreißender Soul und Herzlichkeit

Boten mehr als Hitaufgüsse: Die Soul-Legenden The Temptations im Bad Arolser Outback. Foto: Saure

Bad Arolsen. Ihr Name steht für Ehrungen und Preise, die wie Goldregen auf sie niederprasselten, und für eine Weltkarriere, die ihren Ursprung im Jahr 1960 hatte. Aus den beiden Bands The Primes und The Distans entstanden The Temptations. Obwohl es schon einige Jahrzehnte her ist, das die Mega-Stars in Sachen Soul, Motown und R’n’B mit Hits wie „My Girl“, „Cloud Nine“ und dem magischen „Papa Was A Rolling Stone“ die Hitlisten anführten - der Name besitzt bis heute Glanz.

Am Mittwoch gastierte eine wunderbare Formation mit Band und mit dem gleichen Namen im „Outback“ bei Bad Arolsen. Soll heißen: Von den Original-Temptations stand nur noch der Tenor Damian Harris, der von 1971 bis 1975 zu den Sängern gehörte, auf der Bühne. Klingt nach Kopie, war es aber nicht. Die Sänger mit denen Harris zurzeit auf Tournee ist, Henry Cook, E.G. Welch, Walter Carter und Robert Henley, sind weit mehr als nur ein Ersatz.

Nachdem die Kasseler Sängerin Romana Reiff im Vorprogramm für souliges Vorwärmen gesorgt hatte, betraten die Temptations die Bühne. Es dauerte keine zwei Minuten, und die besondere Temptations-Stimmung durchzog die Halle, aber eigentlich noch mehr als das. Die persönliche Aura des Quintetts, das von einer ausgezeichneten sechsköpfigen Band begleitet wurde, begeisterte das Publikum. Charmant, verspielt und ausgelassen fröhlich, wie herumtollende Kinder bei ihrem Lieblingsspiel, präsentierten sie sich.

Das hatte Charme. Kein unnahbares Glanzfolien-Entertainment mit Hitaufgüssen, sondern herzerfrischende Freude am Musikmachen. Das Publikum war hingerissen, sang mit und tanzte.

Aktion und Reaktion in perfekter Harmonie. Kein Lied, dessen Text nicht auch zur Kommunikationsbrücke wurde. Besonders Frontmann Damian Harris, der nach wie vor mit einer zeitlos schönen Stimme gesegnet ist, verstand sich darauf, sie begehbar zu machen. Herzlich wie ein väterlicher Freund sprach er immer wieder auch Einzelne persönlich an. So entstanden bei den Schmuse-Songs Wunderkerzen-Stimmung und bei den Soul-Rennern beste Party-Laune. Die nur 200 Besucher feierte die Sympathieträger überschwänglich.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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