Johannes Wieland bringt eine neue Fassung von „newyou“ auf die Bühne des Staatstheaters

Moderner Tanz als Exportschlager

Johannes Wieland

Kassel. Eva Mohn macht gerade einen sehr glücklichen Eindruck. Das heißt nicht, dass die Tänzerin des Kasseler Staatstheaters sonst unglücklich wäre, aber wenn die Amerikanerin vom Gastspiel ihres Ensembles im lettischen Kaunas berichtet, sieht man das Leuchten in ihren Augen.

Bis Anfang der Woche waren Mohn, ihr Kollege Ryan Mason und Tanzdirektor Johannes Wieland mit dem Stück „roadkill“ beim Festival für Modernen Tanz in der lettischen Hauptstadt zu Gast. „Die Zuschauer waren enthusiastisch“, sagt die 27-Jährige. Es war nicht das erste Gastspiel der Kasseler Compagnie. Im Juli führte sie „roadkill“ in New York auf, demnächst wird es sogar in einem Museum zu sehen sein, dem renommierten Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie.

„Die Menschen sollen mitkriegen, was wir hier in Kassel machen“, sagt Wieland über die Gastspiele, die dem Staatstheater neues Renommee verschaffen. Nun können die Kasseler aber erst einmal sehen, was Wieland in New York macht, wo er eine eigene Compagnie hat. Am Dienstag hat im Schauspielhaus sein Stück „newyou“ Premiere, das er vor drei Jahren mit seinen New Yorker Tänzern auf die Bühne brachte.

Das Staatstheater kündigt die Vorstellung als Uraufführung an, denn für die Kasseler Fassung wurde viel verändert und der englische Text ins Deutsche übersetzt. Mohn kennt das 90-minütige Stück bereits - sie hat die erste Version in New York und vor zwei Jahren auch bei einem Gastspiel in Kassel getanzt. Nun führt sie das Vier-Personen-Stück mit Brea Cali, Ryan Mason und Elisabetta Lauro auf und muss Deutsch reden.

Es geht um Glück und all die Lügen, die sich darum drehen. Beim ursprünglichen „newyou“ lobte unsere Kritikerin im Juni 2008 vor allem die „starken tänzerischen Akzente“. Wieland arbeitet zudem mit Videos und vielfältiger Musik von Bert Kaempfert bis Electro.

Nicht ganz glücklich ist er darüber, dass die Premiere nicht an einem Wochenende stattfinden kann. Auf dem ungewohnten Dienstag wird es schwierig, das Schauspielhaus ganz zu füllen. Andererseits können auch wenige Zuschauer enthusiastisch applaudieren und so die Tänzer glücklich machen. Fotos: Koch / nh

„newyou“: Dienstag, 19.30 Uhr, Schauspielhaus. Karten: 0561/1094-222.

Von Matthias Lohr

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