A-cappella-Konzert: Martje Grandis’ grandisinvoltochor trat in der Johannis Kirche auf

Die Möglichkeiten der Stimme ausloten

Mit Begeisterung und Präzision: Der grandisinvoltochor. Foto: Herzog

Kassel. Noch ein A-cappella-Chor, noch ein A-cappella-Konzert - das wird wohl mancher bei der Konzertankündigung gedacht haben. Aber der Name Grandis hat bei Musikkennern einen guten Klang. So war die Johannis Kirche in Wolfsanger am Sonntag bis auf den letzten Platz gefüllt.

Martje Grandis, die Leiterin, hatte dem Chornamen „grandisinvoltochor“ entsprechend ein ungezwungenes Programm zusammengestellt, dessen Sätze munter durch die Jahrhunderte sprangen. So stand am Anfang John Rutter (geboren 1945) neben Mendelssohn, dem ein mittelalterlicher Mönchsgesang folgte.

Grandis kam es vor allem darauf an, die Möglichkeiten der menschlichen Stimme auszuloten, die von der Sprechmotette („Lebe“), dem auf Tonsilben gesungenen Instrumentalstück (Scatten) in der Fuge von Bach bis hin zur gesungenen Rhythmusgruppe (mouth percussion) reichten. Das umfangreiche Programm wurde in zwei Wochenendproben erarbeitet von Sängern, die aus Kieler und Kasseler Chören und dem musikalischen Umfeld der Chorleiterin stammen. So wurden musikalische Träume der Chorleiterin Grandis wahr, einmal frei von allen Zwängen das zu realisieren, wozu der Chor und vor allem sie selbst Lust hatten.

Das drückte sich auch in dem informativen und lehrreichen Programmheft aus. Der Chor setzte in ständig wechselnden Besetzungen die Intentionen von Martje Grandis mit Begeisterung, Intensität, Präzision und großer Musikalität um. Der stürmische Beifall des Publikums wurde mit zwei Zugaben belohnt (beeindruckend das „Abendlied“ von Rheinberger). Das nächste Programm ist in Arbeit. Man darf gespannt sein.

Von Gerhard Rassner

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