Das Kinderkonzert des Staatstheaters wird zum Krimi

Wer ist der Mörder?

Thomas Rimes Foto: nh

KASSEL Wer war’s? Wer hat diese Schandtat begangen? Wer hat den Komponisten umgebracht? Von einer Minute zur anderen muss die Fernsehsendung „C-A-F-F-E-E. Musik macht munter“ umfunktioniert werden. Die Moderatorin (Carlo Kobielak) ist überfordert, die Kamerafrau (Gina Schwarzmaier) irritiert.

Zum Glück gibt es aber den Kommissar Presto (Franz Josef Strohmeier), spezialisiert auf musikalische Verbrechen - und auf eine erstklassige Selbstdarstellung. Im Stile eines englischen Detektivs geht er die Sache systematisch an, ist er doch sicher, der Mörder kann nur aus dem Orchester stammen.

Sind es die ersten Geigen, die zu viele Töne zu spielen haben, sind es die frustrierten Bratschen, die trinkfesten Hörner und Posaunen, sind es …?

Nach und nach lernen die Zuhörer so die einzelnen Instrumentengruppen des in üppiger Stärke tätigen Staatsorchesters kennen. Jede darf sich vorstellen und alle zusammen rühren einen witzigen Musikeintopf aus verschiedenen Stilen an.

Komponiert hat ihn der junge Amerikaner Nathaniel Stookey 2006 für das San Francisco Symphony Orchestra und schon bald schaffte das 40-Minuten-Stück „Der Komponist ist tot“ den Sprung über den Atlantik und jetzt auch zum Kinderkonzert des Staatstheaters nach Kassel. Auch wenn das Schauspielhaus nur halb gefüllt war, waren die vielen Kinder begeistert und belohnten Schauspieler wie Orchester mit viel Applaus.

Wer war’s denn nun? Kommissar Presto ist verzweifelt, hat er doch keine heiße Spur. Doch dann stellt sich heraus, dass der Dirigent (Thomas Rimes) seinen guten Anteil an dem Mord hat, hat er doch ständig mit Toten namens Bach, Mozart, Beethoven etc. zu tun.

Doch die Musiker springen ihm bei: „Jeder von uns hat schon einmal einen Komponisten niedergemetzelt!“ Fall gelöst! Doch der Krimi endet versöhnlich: „Wir halten Komponisten auch am Leben.“ Das hebt die Schuld auf.

Von Johannes Mundry

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