Dieter Lometsch wird heute 80 Jahre alt - Langjähriger Leiter des Motettenchors und Cembalist

Ein Monument Kasseler Kirchenmusik

Dieter Lometsch Foto:  nh

Kassel. „Ich singe bei Lometsch“, für viele Kasseler war dies, manchmal über lange Zeiträume, ein Teil ihres Lebens. Und wer diesen Satz hörte, der wusste: Gemeint ist der Kasseler Motettenchor mit seinem Leiter Dieter Lometsch, der heute seinen 80. Geburtstag feiert.

Von 1955, als er den Chor gründete, bis zum Jahr 2000, als er ihn zum letzten Mal leitete, waren Chor und Kantor in der Stadt ein Begriff für solide kirchenmusikalische Arbeit mit Erdung in der Gemeinde der Kreuzkirche. Wenig beeindruckt von der historischen Aufführungspraxis und auch nur sehr behutsam in der Annäherung an moderne Kirchenmusik, sah Dieter Lometsch seinen Platz immer in der Pflege der großen Werke. Bachs „Weihnachtsoratorium“, Händels „Messias“, Haydns „Schöpfung“, Mozarts Requiem, das „Deutsche Requiem“ von Brahms, die beliebtesten Oratorien kamen immer wieder dran, neben vielen anderen Chorwerken. Wann, wie oft, mit welchen Solisten, man müsste den Kirchenmusikdirektor nur fragen. Seine Aufzeichnungen, seine Akkuratesse, sein Talent zu organisieren überhaupt waren legendär. Aber nicht nur die glanzvollen Konzerte begründeten den Rang des Chors in der Stadt. Singen im liturgischen Rahmen war für Leiter wie Sänger keine lästige Pflicht, sondern Selbstverständlichkeit, zum Beispiel in den zahlreichen Gottesdiensten mit Bach-Kantaten.

Neben der geistlichen Musik hat Lometsch immer auch professionell Kammermusik gemacht. Kontinuität auch hier: 25 Jahre lang, von 1962 bis 1987, bestand die „Camerata instrumentale“, in der er als Cembalist zusammen mit Klaus Grünow (Querflöte) und Julien Singer (Oboe) musizierte und auftrat.

Dieter Lometsch ist ein echter Kasselaner. Hier ist er geboren, hier hat er fast sein ganzes Berufsleben verbracht, hier seinen Chor geleitet, noch fünf Jahre über die Pensionierung hinaus. Den runden Geburtstag feiert er heute mit seiner Ehefrau und seinen sieben Enkeln zwischen 17 Monaten und 18 Jahren. Nur zwei der drei Kinder können dabei sein. Der Tod der jüngeren Tochter vor sieben Jahren hat ihm und der ganzen Familie schweres Leid zugefügt.

Von Johannes Mundry

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