Das Krimi-Lustspiel „Liebeslänglich“ sorgte für Stimmung in der Baunataler Stadthalle

War es Mord oder Unfall?

Heftig Wortwechsel: Claudia Reischel (Standesbeamtin Margarethe Haubenkranz) und Van-Lam Vissay (Yang Wu Leng), Foto: Socher

Baunatal. Ilja Bachmann (Folker Bohnet als selbstgefälliger, grantelnder Autor) ist ein nicht mehr ganz junger Krimiautor, der sich durch so klangvolle Romane wie „Zyankali in der Leberwurst“ oder „Mord unter dem Schafott“ einen Namen gemacht hat. Doch auch sein Privatleben trägt Züge, die aus seinen Krimis stammen könnten.

Zwei seiner Ehefrauen starben auf mysteriöse Weise. Jede hinterließ ihm eine satte Lebensversicherung. Hat der arrogante Krimiautor da ein wenig nachgeholfen?

Die Frage wurde am Mittwoch in der Baunataler Stadthalle in dem überaus vergnüglichen Lustspiel „Liebeslänglich“ (Regie: Folker Bohnet) beantwortet. 350 Besucher hatten ihren Spaß an dem Stück.

Klischeehaft überzeichnete Figuren, allen voran Edith Teichmann als schrullig zynische „Donata Vonhoff“, die Mutter des Krimiautors („Wenn das erste Mal mit einem Mann wie eine Fahrt in die Hauptstadt ist, dann ist meiner mit mir immer nur in den Harz gefahren“), und sprühend witzige Dialoge, denen man es anmerkte, dass hier nicht ein quotengeplagter Texter am Werk war, sondern feinsinnige Lachkultur kreiert wurde, gaben dem Stück eine wunderbar leichte, unterhaltsame Aura.

Zur Handlung zurück. Bachmann plant eine dritte Hochzeit. Die Versicherung wird aufmerksam und schleust zur Eheschließung ihren als Chinesen getarnten Agenten „Yang Wu Leng“ (Van-Lam Vissay) ein. Die Hochzeit platzt. Die Auserwählte, die junge „Saskia Hopf“ (Kerstin Bald-auf), hat sich in den Popsänger „Tommy Parker“ (Markus Lorenz mit Irokesenschnitt) verknallt.

Bachmann ist empört, doch es gibt ja noch die Standesbeamtin „Margarete Haubenkranz“ (Claudia Rieschel im Wandel zwischen spießiger Staatsdienerin und verführerischer Frau). Die stellt angesichts des Altersunterschiedes der zur Trauung Erschienenen zwar lakonisch fest: „Ich dachte, es handelt sich um eine Hochzeit, nicht um eine Adoption“, plant aber, weil ihr Horoskop riet „Heute zupacken“, selbst die nächste Gattin des Autors zu werden.

Im Hause Bachmann versammeln sich schließlich alle Beteiligten. Als ein Schneesturm zum Bleiben zwingt, wird die Sache brisant. Ist Bachmann ein Mörder? Oder war es seine Mutter? Happy End und viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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