Heute ist ärgerfrei: Bernd Stelter zum Sommer-im-Park-Finale mit bester Unterhaltung

Wir müssen nur wollen

Man muss einfach beschließen, glücklich zu sein: Bernd Stelter in Vellmar. Foto: Malmus

Vellmar. „Von früh bis spät ziehen wir uns Dinge rein, die unsere Sorgen vergrößern. Bei so vielen negativen Bildern bleibt die Lebensfreude auf der Strecke“, sagt Bernd Stelter und resümiert: „Wir Deutschen lachen zu wenig.“ Klang mehr nach ernsthafter Lebenshilfe denn nach witzigem Kabarett, was Stelter da am Sonntag im ausverkauften Zelt beim „Sommer im Park“ in Vellmar offerierte. Doch das muss kein Widerspruch sein. Mit seinem Programm „Mundwinkel hoch“ erreichte der Westfale sein Ziel: Das Publikum schüttete sich aus vor Lachen.

„Man muss nur beschließen, glücklich zu sein“, proklamierte der 50-Jährige und ließ sein erstes Lied folgen: „Ich hab‘ heute ärgerfrei.“ Auch in seinem aktuellen Programm schöpft der Westfale seine Vielseitigkeit aus: Er singt, begleitet sich auf Gitarre und Klavier, erzählt mit viel Humor Anekdoten und schlüpft gekonnt in aberwitzige Rollen. Gekonnt - weil er wunderbar parodieren kann, seine Figuren aber aus der Realität kommen. So der coole, aufmüpfige Jugendliche: „Zum analogen Asphalt-Ebay haben mich meine Eltern gebeamt, also zum Flohmarkt.“ Auch mit dem chronischen Positiv-Denker punktet Stelter und wird zum Esoteriker. Der verletzt sich zwar beim Meditieren, bricht sich beim Yoga einen Arm und beim Kamasutra das Bein, findet alles aber „unbeschreiblich klasse“.

Auch der Mann in den besten Jahren - aber mit denkbar schlechten Fitness-Werten - fehlte nicht. Womit er sich selbst meint: „Nach jeder Treppe brauchte ich ein Sauerstoffzelt.“ Der Höhepunkt folgte: Stelter in einem imaginären Fitness-Studio. In Sportbekleidung und mit einem großen Ball unter dem Arm kommt er auf die Bühne. Eine Stimme vom Band mimt die Trainerin, Stelter legt los. Gut fünf Minuten schuftet er. Danach ist er schweißüberströmt und atemlos - das Publikum vor Lachen fast ebenso. Fazit: Man muss Stelter recht geben. „Man kann fürs eigene Glück, ne‘ Menge tun.“ Zum Beispiel Bernd Stelters Programm besuchen.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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