A-cappella-Ensembles und ein Beatboxer begeisterten in Fritzlar

Mit dem Mund gemacht

Kreatives Kollektiv: Martin Lorenz (von links), Sebastian Hengst, Till Buddecke und Leopold Hoepner von Delta Q. Foto:  Zerhau

Fritzlar. Musiker, die ihre Instrumente in der Kehle haben, also a cappella singen, verblüffen und begeistern immer wieder. Mit gleich zwei Formationen, plus einem großartigen, jungen Beatboxer, verabschiedete sich der Kultursommer Nordhessen am Samstagabend aus Fritzlar. Die Nachfrage war groß – ausverkauft. Mit den vier Berliner Stimmkünstlern Sebastian Hengst, Till Buddecke, Martin Lorenz, Leopold Hoepner von Delta Q aus Berlin ging es in den Abend. Ein Quartett mit ungemein sympathischer, natürlicher Ausstrahlung und viel Humor. Zum Aufwärmen: „Bitte alle aufstehen, um 90 Grad drehen und die Schultern des Nachbarn massieren.“ Das Publikum machte den Spaß gern mit. Dann, zu einfachen, aber ansprechenden Choreografien und ausgefeilten Arrangements, unter anderem als Rap-Nummer serviert: Pop-Klassiker, ja sogar modern eingefärbtes, klassisches Liedgut, wie „Freude schöner Götterfunken“. Originell präsentiert und mitreißend vorgetragen war auch ihr „Countdown-Medley“, Ohrwürmer mit einer Zahl im Titel: „99 Luftballons“, „Take Five“, „Root 66“, „1000 Mal berührt“. Obwohl die Formation nicht über die allerstärksten Solostimmen verfügt, sind die Semiprofis als Kollektiv bärenstark und kamen prächtig an.

Desgleichen ein junger Beatboxer aus Stuttgart: „Mein Name ist Robeat und alles, was ihr hört, kommt aus meinem Mund oder Nase“, stellte er sich dem Publikum vor. Der 25-Jährige begeisterte und entzückte gleichermaßen. Nicht nur ein komplettes Schlagzeug vermag er zu imitieren, auch Geräuschkulissen wie Türknarren oder Automotoren. Das Ganze unterlegte er zusätzlich mit einer Melodie. Großartig. Nach der Pause präsentierte sich die Formation medlz – Sabine Kaufmann, Maria Heinig, Silvana Mehnert, Nelly Palmonske – elegant und sexy verpackte Sängerinnen aus Dresden.

Zunächst wurde das Publikum nicht so recht warm mit den schmucken Damen. Etwas zu aufgesetzt und unnahbar wirkten Posen, Choreografie und Ausstrahlung. Doch mit jedem Ohrwurm aus der Pop- oder Filmgeschichte, mit jedem Gag und jeder Animation mitzusingen, schmolz das Eis. Viel Applaus für alle Stimmkünstler.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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