Judith Caspari übernimmt Titelrolle in Musical "Anastasia"

Kasselerin Judith Caspari spielt die Titelrolle im Musical „Anastasia“

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Vorfreude: Judith Caspari wird Hauptdarstellerin in „Anastasia – Das Broadway Musical“. Fotos: Stage Entertainment.  

Kassel/Stuttgart. Wenn Judith Caspari in dieser Spielzeit wieder in der „West Side Story“ am Kasseler Staatstheater zu sehen ist, dann geht es für ihre Bühnenfigur Maria auch darum, etwas im Leben zu erleben. 

Dabei steht der gebürtigen Kasselerin Judith Caspari selbst gerade das bislang größte Abenteuer ihrer Karriere bevor: Sie wird die Titelrolle der Anya im Musical „Anastasia – Das Broadway Musical“ von Stage Entertainment im Palladium Stuttgart übernehmen. Am 15. November ist die Deutschlandpremiere. Bislang wird das Stück weltweit nur an zwei Orten aufgeführt, am New Yorker Broadway und in Madrid.

Hier geht es zum Interview mit Judith Caspari.

„Ich bin natürlich wahnsinnig glücklich über die Rolle. Es ist auch für mich alles noch ganz frisch“, sagt die 24-Jährige, die durch Zufall auf das Vorsingen aufmerksam wurde. „Mein Freund hat ein Plakat gesehen und gesagt, dass ich mich bewerben sollte. Das habe ich gemacht“, sagt sie. Und dann ging alles ganz schnell – trotz der 1700 Sängerinnen, die die Rolle ebenfalls wollten. Erstes Vorsingen im März, eine zweite Runde im Mai und dann die Zusage. Mittlerweile war Judith Caspari bereits in New York, um sich die Aufführung dort anzusehen.

Sie hat großen Respekt vor der Aufgabe, die vor ihr liegt. Für ein Jahr ist sie engagiert, wird acht Shows pro Woche geben. „Ich bin sehr fasziniert von den Menschen, die das bereits in den momentanen Stage-Produktionen leisten.“ Bislang stand die frisch gebackene Absolventin der Folkwang Universität der Künste (Gesang/Musiktheater) maximal drei Mal pro Woche auf der Bühne. Sie weiß, dass es nun für sie auch darum gehen wird, sich ihre Kräfte einzuteilen. „Wie viel kann und muss man jeden Abend geben, damit die Show berührt? Aber eben auch: Nicht zu viel geben, damit man am nächsten Tag – manchmal haben wir zwei Shows am Tag – auch noch singen kann.“ Während die anderen Ensemblemitglieder auch tänzerisch stark gefordert werden, ist Casparis Rolle als Anya, die sich als Zarentochter ausgibt, nicht so tanzlastig.

Szene aus dem Broadway-Musical: Auf diese Szene freut sich Judith Caspari besonders, im Bild ist eine Kollegin aus New York.

Aber weil die Inszenierung auf einer wahren Begebenheit beruht, sei es aufwendiger, sich auf die Rolle vorzubereiten. „Ich habe tonnenweise Bücher über die Romanow-Familie gelesen“, sagt sie. Doch das nicht erst seit sie weiß, dass sie die Titelrolle in „Anastasia“ übernimmt, vielmehr schließt sich für sie damit ein Kreis: Nicht nur, dass ihre Großmutter aus dem ehemaligen Ostpreußen stammt und sie deshalb an russischer Geschichte und Kultur interessiert ist. „Anastasia war der erste Kinofilm, den ich als Kind gesehen habe. Ich hatte auch eine Kassette davon, die ich jeden Abend hörte.“ Der Charakter der Anastasia, der jüngsten Tochter des letzten russischen Kaiserpaares, sei so stark und hebe sich von anderen Prinzessinnen-Geschichten ab. „Auch wenn es eine brutale Zarenfamilie war, hatten die Töchter für mich etwas Magisches.“

Damals, beim Hören der Kassette, habe sie noch nicht davon geträumt, Sängerin zu werden. „Ich wollte Prinzessin sein, wegen der Kleider. Ich war nie die, die bei Familienfeiern gesungen hat.“ Dafür war sie zu schüchtern. Später im Chor am Kasseler Wilhelmsgymnasium habe sie sich mehr zugetraut. Mit dem Selbstbewusstsein wuchs der Wunsch, Sängerin zu werden. Bühnenerfahrung hat die Sopranistin längst gesammelt – auch am Musiktheater in Gelsenkirchen und am Kasseler Staatstheater.

Jetzt die Traumrolle „Anastasia“. Ein großes Abenteuer für Judith Caspari, die etwas von der Magie, die sie durch die Kindheit trug, ihrer Anya geben will. „Natürlich steht die Inszenierung, aber ich will kleine Nuancen für mich finden.“ Auch wenn ihr Fokus auf „Anastasia“ liegt und sie eine große Verantwortung spürt, als Erste in Deutschland dieser Rolle ein Gesicht zu geben, will sie noch viel ausprobieren – auch in der Klassik. „Ich werde sehen, wohin mich das Schicksal führt“ – ein Satz von einer Frau, die noch viel erleben will.

Anastasia: Das Musical

Anastasia, die jüngste Tochter des russischen Zaren, soll als Einzige die Ausrottung der Zarenfamilie Romanow im Sommer 1918 überlebt haben. Ihre Großmutter setzt eine hohe Belohnung für diejenigen aus, die sie finden. Die Straßenkehrerin Anya sieht Anastasia zum Verwechseln ähnlich, was zwei Gangster auf einen Plan bringt. Das Stück basiert auf dem gleichnamigen Zeichentrickfilm von 1997. 

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