Musik aus der Bierdose: Kammerkonzert mit Steffen Moddrow

Kuriose Performance: Steffen Moddrow (Percussion) und Nikola Lutz (Saxofon) zauberten in der Baunataler Musikschule auf allen möglichen Instrumenten. Foto: Malmus

Baunatal. Wo war man da hingeraten, in ein Festival der Moderne etwa? 40 Gäste wohnten beim Baunataler Kammerkonzert im Foyer der Musikschule einer Aufführung bei, die jedes Avantgardefest hätte schmücken können. Der Offenheit der Musikschule und des freundlich applaudierenden Publikums muss so das erste Lob ausgesprochen werden.

Der zweite Beifall gilt natürlich Steffen Moddrow (Percussion) und Nikola Lutz (Saxofon). Moddrow, der an der Baunataler Musikschule lehrt, bekundet auf seiner Webseite seine Begeisterung für das Geheimnisvolle, Bizarre und Kuriose. Genau so war die Performance, die er und die Stuttgarter Saxofon-Dozentin hervorzauberten.

Vom zaghaften Tasten bis zu fast rockigen Entladungen reichte die fiepsende, röhrende, raschelnde und mit vielen weiteren Sinnesqualitäten ausgestattete Geräuschsinfonie. Moddrow hatte das Schlagzeug mit Materialien wie Klebebändern auf Vordermann gebracht, testete auch mal die Musiziertauglichkeit von Bierdosen und eines gelben Sacks. Lutz spielte nicht minder artistisch mit Instrument und Elektronik, betätigte allerlei Pedale, legte mehrere Klangschichten übereinander. Alles bei vorzüglicher Abmischung, die auch die letzte Kleinigkeit deutlich einfing.

Was das soll? So hört man schon die Unkenrufe an den musikalischen Stammtischen. Freuen wir uns lieber, dass es in unserem zum kuscheligen Mainstream neigenden Zeitalter noch Hüter des Bizarren gibt.

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